Döpfner zieht über Huffington Post her

Klare Kante gegen die Huffington Post: In einem Interview mit Gründerszene.de äußert sich Springer-Chef Mathias Döpfner zur Zukunft des Journalismus, Paid Content und warum er eine Kooperation mit der Huffington Post ablehne. Diese widerspreche „unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten“. Deswegen sei die HuffPo „das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus“. Zudem verrät der CEO, dass er in Berlin einen Medien Campus plant und hofft, dass Springer in den USA aktiver wird.

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Dieser neue Medien Campus soll – laut Döpfner – nicht nur durch seine Architektur, „sondern auch durch die neue Definition von Büroraum in einer entmaterialisierten digitalen Welt neue Maßstäbe für Zusammenarbeit und Kommunikation setzen“. In diesem Gebäude will der Konzernchef allerdings vor allem die neuen digitalen Angebote unterbringen, damit sie sich mit den klassischen Marken des Verlages noch stärker vernetzen können. Der Bau wird allerdings noch einige Jahre dauern.

Das neue Gebäude steht auch für einen Wandel der Strategie, mit der Springer Startups und Web-Zukäufe künftig in den Konzern integrieren will. Früher galt: Je weniger die eingekauften Unternehmen mit dem Mutterhaus zu tun hatten, umso besser hätten sie ihre Arbeit erledigen können. „Über die letzten 18 Monate habe ich Schritt für Schritt die Erkenntnis gewonnen, dass wir das digitale Geschäft in einer ganz anderen Weise zum unternehmenskulturellen Kern von Axel Springer machen müssen. Und das geht nicht durch Distanz, sondern nur durch Nähe.“

Grundsätzlich wollen die Berliner den Medienwandel allerdings so anpacken, dass sich jeder der 14.000 Angestellte selbst für die Digitalisierung mitverantwortlich fühlt. Deshalb soll es auch erst einmal keinen Vorstand Digital geben, weil alle dafür verantwortlich sind. Gleichzeitig baue der Verlag im Silicon Valley gerade eine feste Dependance auf, um schon beizeiten in interessante Startups zu investieren. Eine direkte Folge dieser Strategie dürfte sein, dass Springer Schritt für Schritt sein US-Geschäft kräftig ausbauen wird. Je mehr Web-Companys die Berliner in San Francisco unterstützten, um so wichtiger wird der Medienmarkt zwischen New York und Los Angeles. Dazu räumt Döpfner ein: „Ich würde mir für Axel Springer wünschen, irgendwann einmal auch dort in größerem Umfang aktiv zu werden.

Allerdings sieht Döpfner in Berlin ein ähnliches Potential wie im Silicon Valley. Noch fehlen aber die nötigen Investoren. „Im Moment besteht Berlin nur aus Politikern, Staatsbeamten, ein paar Medienleuten, und allem was im Entertainment singt und springt. Geld gibt’s nicht. Nur Ideen und innovative Leute. Als nächstes kommt das Geld. Es werden sich neue Industrien entwickeln. Es entsteht Wertschöpfung und irgendwann auch Wertabschöpfung“, sagt Döpfner.

Grundsätzlich hat es die Kultur und Struktur der jungen Technologie-Firmen dem Vorstandsvorsitzenden angetan. „Auch unser Verlag muss so werden, wie die Unternehmen, die die Zukunft gestalten. Wir müssen so werden wie die Digitalunternehmen. Das ist ein riesiger kultureller Lernprozess“.

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