Milliarden-Deal? Yahoo schielt auf Tumblr

Ein Klassiker, aber kein Hipster mehr: Neben Ebay gehört Yahoo zu den größten und ältesten Dinos im Silicon Valley. Damit es den Web-Companies jedoch nicht so geht, wie den Urzeit-Tieren und sie einfach aussterben, gilt es stets am Puls der Zeit zu bleiben. Deshalb hat Facebook mit Erfolg Instagram gekauft und deshalb ergibt das Gerücht so viel Sinn, dass Yahoo Tumblr schlucken will. Der kolportierte Preis liegt – laut AllThingsD – bei einer Milliarde Dollar. Allerdings könnte Facebook noch mitbieten.

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Laut ComScore kam Tumblr im April auf einen Traffic von 117 Millionen Unique Visitors. Der Anteil der US-Besucher lag bei 37 Millionen Besuchern. Nach eigenen Angaben umfasst das Netzwerk zur Zeit über 107 Millionen Blogs und 50,6 Milliarden Postings. Bei allen diesen Indikatoren gilt: Tendenz schnell steigend. Auf der Einnahmeseite hofft das Startup aus New York in diesem Jahr rund 100 Million Dollar an Werbegeldern einbuchen zu können.

Was Tumblr neben der reinen Nutzerzahl so attraktiv macht, ist das jugendliche Alter der Nutzer. Das demographische Problem sollte man gerade bei Web-Companies nicht unterschätzen. Seit Monaten kämpft Facebook beispielsweise mit der Herausforderung und der schlechten Presse, dass sich die jüngeren vom Social-Network abwenden. Immer mehr Early Adopter und Teenies wechseln zu Instagram, Pinterest oder eben Tumblr.

Anfang der Woche erklärte bereits der Yahoo-CFO Ken Goldman auf einer Investorenkonferenz von JP Morgan, dass die Altersstruktur eine der größten Herausforderungen seines Unternehmens sei. Yahoo müsse gerade bei den Jüngeren wieder sichtbarer werden. Mit einer ähnlichen Argumentation könnte allerdings auch Facebook mitbieten. Darüber Spekuliert das US-Branchenblog GigaOm. An den nötigen Barmitteln dürfte es dem Social Network nicht mangeln.

Der Reiz an der geschlossenen Bloggingplattform ist die einfache Bedienung, die starke Konzentration auf Bilder und Grafiken sowie der Umstand, dass ständig irgendwelche Spaßvögel neue Tumblr für witzige Ideen starten. Ob nun Rich Kids on Instagram, ein Tumblr, das die Bilder verwöhnte Kinder sammelt, die bei Instagram mit dem Geld ihrer Eltern angeben oder Gut gemacht, FDP, das in lustigen Fotomontagen die vermeintlichen Erfolge der FDP dokumentiert.
  
Für die Yahoo-Chefin Marissa Mayer sind die Gedankenspiele mit Tumblr nicht neu. Bereits als Google-Managerin prüfte sie einen Kauf des Startups. Jetzt scheint das Dossier wieder ganz oben auf ihren Schreibtisch zu liegen. Ein ähnlicher Deal hatte bereits zu ihrer Zeit bei der Suchmaschine dafür gesorgt, dass Google wieder als jung und cool angesehen wurde. Damals gab das Unternehmen viel Geld für Blogger.com aus. Bei Tumblr könnte Mayer auf eine ähnliche Taktik zurückgreifen – mit ähnlich guten Erfolgsaussichten.

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