Hörzu Wissen: Erotik – null, Action – zwei

Mehr N24-Doku als Arte-Themenabend: Chefredakteur Christian Hellmann und sein Team haben die Hörzu Wissen kräftig überarbeitet. Der Science-Spin-Off der alten Tante unter den TV-Zeitschriften verspricht nun bereits auf der Titelseite „mehr Themen und mehr Wissen“. Zudem sollen jetzt auch Bewegtbildinhalte die App ergänzen. Wie würden die Fernsehexperten der Hörzu wohl ihr neues Heft bewerten, liefe es als Magazin im TV? MEEDIA hat sich der harten Aufgabe gestellt.

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„Für die umfangreiche Optimierung haben wir die Anregungen und Vorschläge seit dem ersten Erscheinen unseres Wissensmagazins im November 2009 berücksichtigt. Die neue Ausgabe von Hörzu Wissen bietet nun noch mehr spannende Themen“, erklärt der Chefredakteur in seinem Editorial.

Konkret bedeutet das tatsächlich einen sehr weit gefassten Themenmix, der so gut wie alles abdeckt, was den Markt der Wissensmagazine so ausmacht. Die Aufmacher-Story fragt: „Ist die Erde noch zu retten? Die zehn größten Probleme der Menschheit – und wie sie gelöst werden könnten“. Puh! Gut, dass das mal geklärt wird … Zudem gibt es Technik-Artikel, Natur-Reportagen, ein History-Stück, Kompakt-Wissen und ein Wissenschaftsressort. Natürlich darf auch ein anständiger Report für Verschwörungstheoretiker nicht fehlen. Er wird in Hörbuchform zum Thema „Die Rosenkreuzer“ gereicht.

Die kurze Zusammenfassung zeigt es schon. Der Themen-Mix des Hörzu-Ablegers ist zu bunt und stellenweise auch zu laut. Ein wenig Konzentration auf weniger und dafür tiefere Storys wäre besser. Zudem sind die Zeilen und Unterüberschrift teils arg überdreht. Beispiel: „Mord, Vergewaltigung, Folter: Die Welt der Psychopathen ist grausam. Es gibt mehr von ihnen, als wir ahnen – und sie leben mitten unter uns.“

Das zeigt: Grundsätzlich setzt das Wissensmagazin gerne mal auf den Faktor Angst. So geht es um Psychopathen, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder die Frage, ob unsere Erde noch zu retten ist. Ganz schön lautstark für ein Magazin, das doch angeblich nur informieren und wissen vermitteln will.

Sehr gelungen ist dagegen ist die letzte Seite. Nicht ohne einen gewissen Humor präsentiert die Redaktion hier Erfindungen und Entwicklungen, die von den jeweiligen Zeitgenossen abgelehnt wurden, sich aber durchgesetzt haben.  

In der Abschlussbewertung gibt das schon einmal einen Punkt in der Kategorie „Humor“. Wenn wir beim gewohnten Bewertungsschema der Fernsehzeitung bleiben dann würde es für „Action“ zwei Punkte, für „Spannung“ einen, für „Erotik“ null, für „Gefühl“ null und für „Anspruch“ einen Punkt geben. Mal schaun, was die Kiosk-Quote sagt …

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