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Die große ‚Gatsby‘-Social Media-Strategie

Endlich ist soweit: Einer der meisterwarteten Filme des Jahres kommt in die deutschen Kinos - die Neuverfilmung des Literaturklassikers "Der große Gatsby". In den USA spülte die Fitzgerald-Adaption am Startwochenende bereits 51 Millionen Dollar in die Kassen – fast die Hälfte der Produktionskosten. Maßgeblichen Anteil hat daran die Internet-Offensive in den sozialen Medien: Wie selten zuvor ein Film, zeigt "Der große Gatsby", was im Social Web möglich ist.

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"Man kann die Vergangenheit nicht wiederholen", belehrt der Ich-Erzähler Nick Carraway den Protagonisten Jay Gatsby in einer Schlüsselszene des Literaturklassikers "Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald. Das gilt für die Neuverfilmung mindestens ebenso sehr, denn die Latte hängt hoch: Vor 39 Jahren brillierte Robert Redford als neureicher Emporkömmling in den "Roaring Twenties" – 2013 tritt Leonardo di Caprio in seine Fußstapfen.

Dass sich der Gatsby der Neuzeit fraglos weiterentwickelt und ganz an den Puls der Zeit angepasst hat, wird an der Bewerbung des 125 Millionen Dollar teuren Streifens von Star-Regisseur Baz Luhrmann ("Australia") klar: HipHop-Ikone Jay-Z hat den Soundtrack produziert, und im Social Web läuft wohl die aufwendigste Kampagne, die Hollywood je gesehen hat.

Groß angelegte Facebook-Offensive
 

Seit Januar vergangenen Jahres bereitet die Facebook-Fanpage The Great Gatsby Zuschauer auf das filmische Großereignis vor: Mit ersten Pressebildern und dem ersten Trailer im vergangenen Mai, fast ein Jahr vor dem tatsächlichen Filmstart (ursprünglich sollte das 20er-Jahre-Epos zu Weihnachten letzten Jahres in die Kinos kommen).

Kurz vor dem Jahreswechsel wird das Marketing-Tempo angezogen: Die Hauptdarsteller werden mit Posterbildern vorgestellt, im Frühjahr gibt es eine zweite Charakterreihe. Zwischendurch: immer neue Filmszenen und Bilder vom Set – am Ende sind es fast 200 Fotos.

Auch mit immer neuen Trailern wird der Gatsby-Fan versorgt: Drei zweiminütige Kinotrailer und gleich acht TV-Spots wurden geschnitten. Dazu kommt das Material von der Weltpremiere in New York, unzählige Interviews mit den Hauptdarstellern und der vielleicht ambitionierteste Soundtrack seit Jahren mit neuen Songs von Beyoncé, Lana del Ray, Will.I.Am., Fergie, Gotye oder Bryan Ferry.

Social-Buzz in Berlin, Hamburg und München mit Twitter-Kinokarten-Aktion

Pünktlich zum Filmstart schwappt die virtuelle Marketingoffensive dann auch in die Offline-Welt über: Am Wochenende kreuzte ein Gatsby-Oldtimer mit Showgirls durch Berlin, Hamburg und München und animierte zum Mitmachen im Social Web.

„Haltet Ausschau, fotografiert euch mit den Girls und ladet euer Foto mit #Gatsby auf Twitter und gewinnt Kinotickets!“, lädt die deutsche Gatsby-Fanpage ein. In Hamburg rollt der Oldtimer am Rathausmarkt vorbei, in Berlin sind die Gatsby-Girls am Brandenburger Tor zu besichtigen, in München zur Meisterfeier auf dem Marienplatz.

Forbes: "Der Film muss stark eröffnen und stark bleiben, um ein Profit zu machen"

In den USA zahlte sich der große Marketingaufwand aus: „Der Film erzeugt ein enormes Ausmaß an Buzz auf den Social Networking-Seiten“, berichtet Forbes in seiner Online-Ausgabe. Knapp 600.000 Fans zählt die Facebook-Fanpage inzwischen. Ob das für Filmstudio Warner Bros. reicht, um einen Gewinn mit der jahrelang geplanten Verfilmung des Fitzgerald-Klassikers zu erzielen, ist eine andere Frage.

125 Millionen Dollar kostete die extrem aufwendige 3D-Inszenierung, doch Forbes rechnet vor, dass wegen der enormen Marketingaufwendungen eine ganz andere Summe eingespielt werden muss, um eine schwarze Null zu schreiben: "Um Geld zurück zu verdienen, muss „Gatsby“ mindestens 300 Millionen Dollar einspielen", so das renommierte US-Wirtschaftsmagazin. "Der Film muss stark eröffnen und stark bleiben, um einen Profit zu machen."

Ein Anfang ist gemacht: Am Startwochenende in den USA spielte "Der große Gatsby" 51,1 Millionen Dollar ein und war damit nach "Iron Man 3" der zweitmeistgesehene Film der USA. Am Donnerstag debütiert der Literaturklassiker in den deutschen Kinos.

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