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YouTube-Wutrede: Osnabrück feuert Wollitz

Schon als Spieler war Claus-Dieter – genannt "Pele" – Wollitz eine ehrliche Haut. Auf und neben dem Platz gingen dem Fußballer immer wieder die Emotionen durch. Auch als Trainer ist das so. In einem Gespräch mit Fans des VfL Osnabrück regte sich der Coach derart über die Vereinsführung auf, dass dieser nichts anderes übrig blieb, als Wollitz zu entlassen. Immerhin konnte ganz Fußball-Deutschland zusehen. Denn einer der Fans hatte das Gespräch mit dem Handy gefilmt und bei YouTube hochgeladen.

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Auf der Video-Plattform ist die Wutrede bereits ein echter Renner. Rund einhunderttausend Mal wurde der kurze Film bislang angesehen, der den damaligen Trainer des VfL mit roter Daunenjacke vor dem Stadiontor an der Bremer Brücke zeigt, wie er mit den Anhängern des Drittligisten diskutiert.

###YOUTUBEVIDEO###

Hochgeladen wurde der Drei-Minuten-Clip am Montag. Die Entlassung des Trainers erfolgte dann am späten Montagabend. Als offiziellen Grund für die Entlassung nennt die Vereinsführung allerdings nicht das Handyvideo. Vielmehr ärgerte sie sich bereits über eine weiteren öffentlichen Gefühlsausbruch des Fußballlehrers. "Grund für die sofortige Freistellung des Fußballlehrers waren die öffentliche Bekanntgabe seines bevorstehenden Rücktritts und die geäußerte Kritik an Teilen der Vereinsführung auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Arminia Bielefeld am vergangenen Samstag", zitiert Spiegel Online aus der Mitteilung des Vereins. "Wir bedauern diesen Schritt, sahen aber angesichts der Umstände keine andere Handlungsmöglichkeit".
Ob nun der Ausbruch auf der Pressekonferenz oder die wunderbar in Bewegtbild dokumentierte Tirade vor den Fans das Club-Management veranlasste, den Coach zu feuern, ist unklar.
Allerdings dürfte der Clip schon bald zum Standard-Repertoire in unzähligen Social-Media-Präsentationen zählen. Immerhin zeigt er, welche Wirkung eine scheinbar private Äußerung entfalten kann, wenn sie via Social Network verbreitet wird.
Es bleibt jedoch auch eine andere Möglichkeit. Ähnlich wie seinerzeit Trapattoni bei den Bayern, wusste möglicherweise auch Wollitz bei seiner Tirade ganz genau, was er sagt und welchen Effekt der Auftritt hat. Nachdem er bereits auf der Pressekonferenz einen Tag zuvor verhaltensauffällig geworden war, legte er vor den Fans noch einmal derart nach, dass dem Vorstand gar nichts anderes mehr übrig blieb, als ihn zu entlassen.

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