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DAK-Studie: Stress im Job macht krank

Wer im Job unzufrieden ist und mit zu hohen Belastungen zu kämpfen hat, leidet häufig an psychischen Problemen. Was lange Zeit als logische Konsequenz galt, ist nun auch empirisch belegt. Der DAK-Gesundheitsreport sollte Arbeitgeber alarmieren. So hat vor allem die Zahl der Fehltage durch psychische Leiden unter Arbeitnehmer enorm zugenommen. So werden immer häufiger Rückenprobleme weniger körperlicher Belastung zugeschrieben, sondern als Symptom psychischer Leiden im Job diagnostiziert.

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Ein Grund für die Zunahme von stressbedingten Ausfällen ist laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund die gestiegene Arbeitsleistung. So müssen 63 Prozent der Arbeitnehmer mehr leisten als noch vor einigen Jahren. Rund 50 Prozent gaben bei einer Umfage eine Wochenarbeitszeit von 45 Stunden an. 72 Prozent würden zudem mindestens 15 Überstunden pro Woche machen.
Rund 60 Prozent der Befragten klagen zudem über die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und Notebooks. Die Konsequenz: Während in den vergangenen zwölf Jahren die Arbeitsausfälle um 19 Prozent gesunken waren, gab es unter anderem in Berlin einen Anstieg zu verzeichnen. Auf 100 DAK-Versicherte kämen demnach 250 Krankheitstage. Nur in Hamburg und dem Saarland fehlen laut der Analyste der Versicherung die Arbeitnehmer noch häufiger. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 203 Fehltagen. Insgesamt nahm die Zahl der Ausfälle wegen seelischer Probleme seit dem Jahr 2000 um 85 Prozent zu.
Betroffen sind vor allem Frauen in Sozialberufen, wie Erzieherinnen und Pflegepersonal. Auf sie entfallen 10,5 Prozent der Krankheitstage. Durch die wahrscheinliche Doppellastung aus Job und Familie würde das Risiko einer stressbedingten Erkrankung steigen. Männer hingegen konsultieren weitaus seltener den Arzt wegen psychischer Belastungen. Die Folgen könnten mitunter verheerend sein. Laut dem Männergesundheitsbericht 2013 haben neun Prozent der Männer eine diagnostizierte Depression. Damit liegen sie zwar unter den Werten für Frauen, allerdings sei die Selbstmordrate dreimal so hoch.
Allerdings seien heutzutage nicht mehr Menschen psychisch krank als noch vor einigen Jahren. Vielmehr, so eine weitere Erkenntnis der DAK-Studie, würden Diagnosen mittlerweile anders gestellt. Häufigste Ursache für eine Krankschreibung seien weiterhin Bandscheibenvorfälle und Gelenkprobleme, gefolgt von Atemwegserkrankungen und seelischen Problemen. Diese drei Krankheitsfelder sind verantwortlich für mehr als die Hälfte aller Krankschreibungen.

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