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850 Mitarbeiter ziehen in Streik gegen Amazon

Der Online-Versandhändler hat es darauf angelegt: Ver.di hat am heutigen Dienstag die Belegschaften in Leipzig und Bad Hersfeld zu Streiks aufgerufen, weil Arbeitgeber Amazon schon Gespräche für Tarifverträge zu Einzel- und Versandhandel- Konditionen abgelehnt hat. Seit sechs Uhr in der Früh stockt die Arbeit und soll nicht vor Ende der Spätschicht wieder aufgenommen werden, so ver.di. Rund 850 Mitarbeiter sollen sich an den Streiks beteiligen, berichtet sueddeutsche.de.

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Mehrmals hat die Gewerkschaft mit Streiks gegen den Internet-Versandhändler gedroht. In Urabstimmungen sprach sich dann eine klare Mehrheit der Mitglieder an beiden Amazon-Standorten für die Arbeitsniederlegung aus. Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld kam es bereits Anfang April zu einem Warnstreik, von dem sich der Konzern allerdings nicht beeindrucken ließ.
Von den insgesamt 5.300 Mitarbeitern an beiden Standorten sind derzeit 850 in den Streik getreten, sagt Heiner Reimann von ver.di Hessen zu sueddeutsche.de. Gegenüber MEEDIA berichtet der Sprecher gegen Mittag von weiteren Zulauf. Reimann zeigt sich gegenüber der dpa zuversichtlich, "die Betriebsabläufe empfindlich beeinträchtigen zu können".
Beim ganzen Protest geht es um Grundsätzliches. So fordert ver.di, dass sich Amazon an den Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel bindet. Der Konzern dagegen behauptet, sich an der üblichen Bezahlung der Logistikbranche zu orientieren. Nach ver.di-Angaben beträgt der Einstiegslohn in Leipzig aktuell  9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sei. Jährlich würden den Amazon-Mitarbeitern rund 9000 Euro brutto entgehen.

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