Kleber bedauert CSU-Moderation

Fernsehen Eine abschließende Stellungnahme steht noch aus. Doch schon jetzt räumt das ZDF und "heute-journal"-Moderator Claus Kleber gewisse Versäumnisse ein. In einem offenen Brief hatte sich am Wochenende der CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt an den ZDF-Intendanten Thomas Bellut gewandt. Darin stellt er Fragen zur Berichterstattung der Nachrichtensendung zum CSU-Parteikonvent vom 3. Mai. Bevor der Intendant "in aller Form" antwortet, gibt Kleber zu, dass ihm das "nicht hätte passieren dürfen."

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In seinem Schreiben monierte Dobrindt, dass der ZDF-Journalist behauptet hätte, die CSU habe in Videos Bezüge zur Steuer-Affäre Hoeneß sowie zum Skandal um den zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden Georg Schmidt raus geschnitten. Zudem geht es dem Politiker um die Stellungnahme eines Event-Managers.

Die "heute-journal"-Sendung vom 3. Mai

Der CSU-General fragt in seinem offenen Brief, warum Kleber in der Anmoderation erzählt hätte, die CSU habe vor dem Parteikonvent noch eilig Bezüge zur Steueraffäre Hoeneß und zum zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden Georg Schmidt raus geschnitten, der in die Kritik geriet, weil er seine Ehefrau beschäftigt hatte. "Aufgrund welcher Recherche kam der Moderator zu der Behauptung, es seien Szenen aus Videos herausgeschnitten worden? War dem ZDF das zwischenzeitlich veröffentlichte Dementi der CSU nicht bekannt?"
In einer ersten Stellungnahme gab das ZDF nun zu, dass es für den Hinweis auf "Umschnitte" im Zusammenhang mit Uli Hoeneß nur eine Quelle (DLF) gegeben hätte. "Ein Dementi war nicht bekannt. Es war ein Fehler der Redaktion, dass dazu keine Reaktion der CSU eingeholt wurde." Auch Kleber muss kräftig zurückrudern: "Ich habe die Darstellung einiger Medien, nach der die CSU einen Video-Film in letzter Minute noch umarbeiten ließ, in meiner Moderation aufgegriffen und ungeprüft übernommen. Das hätte mir nicht passieren dürfen."
Neben den ersten kurzen Stellungnahmen kündigten die Mainzer an, dass man den Brief zur Kenntnis genommen hätte und auch noch förmlich darauf antworten würde.

Nachtrag:
Mittlerweile meldete sich auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer zu Wort. Laut dpa warf er dem ZDF und anderen Medien eine falsche und schlampige Berichterstattung vor. „Wie wenn man auf der Treibjagd ist, und die Bluthunde wittern eine Blutspur. Da wird nicht mehr links und rechts geschaut, das ist schlimm.“

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