Götze und Hoeneß pushen Nachrichten-Sites

Der Sensations-Transfer von Mario Götze zu Bayern München und die Steuer-Affäre von Uli Hoeneß haben im April insbesondere bei den Münchner Online-Nachrichtenmedien für Rekordzahlen gesorgt. So verbesserte sich die tz bei den redaktionellen Visits um 24%, der Merkur um 13,1%. Die Abendzeitung, die bei der IVW als Teil von Süddeutsche.de gezählt wird, verbesserte ihre Page Impressions um sagenhafte 63%. An der Spitze der Top 50 gewann vor allem Spiegel Online hinzu.

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Mit 5,7 Mio. und 4,8 Mio. redaktionellen Visits aus dem Inland stellten die beiden Münchner Lokalmedien tz Online und Merkur-Online neue, grandiose Alltime-Rekorde auf und sprangen in der IVW-Top-50 auf die Ränge 18 und 19. Wie viele Besuche die Abendzeitung im April erreichte, ist leider unbekannt, da die Zahlen als Teil von Süddeutsche.de gezählt werden und nicht gesondert ausgewiesen werden. Bei den Page Impressions allerdings verbesserte sich die Abendzeitung von fast 17 Mio. im März auf mehr als 27,5 Mio. im April – ein Wahsninns-Plus von rund 63%.

Welchen Einfluss dabei die Hoeneß-Affäre und wohl vor allem der Götze-Transfer hatten, zeigt sich anhand mehrerer Indizien: So verbesserte sich die tz vor allem beim Thema Sport – von 11,8 Mio. PIs auf 20,7 Mio. – ebenso das Duo Süddeutsche.de und Abendzeitung – von 16,2 Mio. auf unglaubliche 40,3 Mio. Ein Blick auf die Daten von Alexa zeigt zudem, dass tz und Abendzeitung in den Tagen vom 22. April bis 24. April rund dreimal so stark waren wie an anderen Tagen des Monats. Zur Erinnerung: Der Götze-Transfer wurde am 22. April bekannt, die Hoeneß-Affäre durch eine Focus-Vorabmeldung am 20. April.

Doch nicht nur die Münchner Medien, sondern auch die überregionalen, punkteten mit den Nachrichten um Götze und Hoeneß. So war auch Bild.de, das die Götze-Personalie exklusiv hatte, in diesen Tagen erfolgreicher als sonst und auch bei Spiegel Online ist auf Alexa eine starke Phase für diesen Zeitraum zu beobachten.

Spiegel Online ist gleichzeitig der große Gewinner des Aprils: Mit einem Plus von 19,4% verbesserte man sich auf 172,4 Mio. redaktionelle Inlands-Visits – ein neuer Rekord. Das im Vergleich zur Konkurrenz extreme Plus könnte teilweise auch technische Gründe haben. So war Spiegel Online im März der große Verlierer – möglicherweise wegen Verwirrungen um die IVW-Zählung des mobilen Traffics, der am Sommer gesondert gezählt wird, derzeit aber noch gemeinsam mit dem herkömmlichen Traffic gezählt werden kann. Bei Spiegel Online geschah das im März mutmaßlich nicht, im April wohl doch wieder. Daher ein großes Minus im März und ein großes Plus im April.

Auch bei den Marktanteilen ist SpOn mit einem Plus von 2,47 Punkten der große Sieger, ebenfalls nach oben ging es in der Top 25 ansonsten nur für die tz (+0,10), Bild.de (+0,07), das Hamburger Abendblatt (+0,04), den Merkur (+0,04) und die B.Z. aus Berlin (+0,01). Deutliche Visits- und Marktanteils-Verluste gab es hingegen für stern.de, den Express und N24. stern.de war mit 17,7 Mio. redaktionellen Inlands-Visits so schwach wie seit Dezember nicht mehr.

Der größte Aufsteiger auf den Rängen 26 bis 50 ist mit einem Visits-Plus von 11,6% die Südwest Presse Online, 8,1% gewann die HNA hinzu, 5,4% die Ruhr Nachrichten und 5,3% die Rhein-Zeitung. Bei den Marktanteilen gewannen nur die HNA und die Südwest Presse jeweils 0,01 Punkte, nach unten ging es hier vor allem für die Berliner Morgenpost, das Duo Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, die Badische Zeitung und mz-web.de.

Dass selbst Websites, die 3% bei den Visits hinzu gewannen, Marktanteile einbüßten, liegt daran, dass sich die Gesamt-Branche im April um 4,7% verbesserte. Der Spiegel-Online-Sondereffekt hat hieran natürlich einen besonders großen Anteil.

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