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Bild droht angeblich massiver Stellenabbau

Gerade erst verkündete Axel Springer die Zahlen für das 1. Quartal, bei denen die inländischen Zeitungen wieder deutliche Umsatz-Rückgänge hinnehmen mussten. Jetzt drohen die Konsequenzen aus dieser Entwicklung: Laut einem Spiegel-Bericht plant Springer ein drastisches Sparprogramm beim Zeitungs-Flaggschiff Bild. Die Rede ist von 20 Mio Euro und bis zu 200 Stellen, die eingespart werden könnten. Ein Bild-Sprecher bezeichnete die Zahlen als "nicht korrekt und ohnehin viel zu hoch".

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Im Spiegel ist die Rede davon, dass die Redaktionen von B.Z. und Bild Berlin-Brandenburg zusammengelegt werden könnten. Noch heikler dürfte der ebenfalls im Bericht angesprochene Plan sein, Redakteure von Bild, B.Z. und Bild.de in eine gemeinsame Gesellschaft zu überführen – natürlich in die Bild Digital GmbH, die ohne Tarifbindung arbeitet.
Ein ähnliches Manöver vollzog Springer bereits bei der Computer Bild. Dort wurden Print-Redakteure gezwungen, von der tarifgebundenen Axel Springer AG in die tariflose Computer Bild Digital GmbH zu wechseln, was zu lautstarken Protesten in der Belegschaft führte. Laut Spiegel hat Springer bereits 50 Millionen Euro für Strukturanpassungen im Gesamtkonzern zurückstellt, was auf bevorstehende Kosten für einen größeren Personalabbau hindeuten kann.

Bei Springer hat das Digitalgeschäft schon längere Zeit Vorfahrt. Mittlerweile erwirtschaftet Springer mehr Geld im Digitalen als im Print-Geschäft. Vorstandschef Mathias Döpfner hat mehrfach angekündigt, dass der Digital-Umsatz künftig noch stärker forciert werden soll. Dies bedeutet offenbar nicht nur Investitionen im Digitalen, sondern auch Kürzungen im alten Kerngeschäft Print.

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Dass sogar die Bild-Zeitung von Spar-Plänen und Entlassungen bedroht ist, ist bezeichnend. Die Bild war jahrzehntelang die Umsatz- und Gewinn-Lokomotive Nummer eins bei Springer und erwirtschaftet immer noch exzellente Renditen. Nur ist man bei Springer offenbar der Meinung, dass dies künftig auch mit weniger Personalkosten möglich ist. Und dass man ernst macht mit der Erkenntnis, dass Print auf Sicht ein rückläufiges Geschäft ist. 
Update: Ein Bild-Sprecher erklärte gegenüber MEEDIA zu dem Spiegel-Bericht: "Die vom Spiegel kolportierten Zahlen zu Sparplänen und Personalabbau bei Bild sind nicht korrekt und ohnehin viel zu hoch." Aber: Ob und in welchem Umfang im Zuge der digitalen Transformation Stellen abgebaut werden müssen oder in anderen Bereichen neu aufgebaut würden, werde derzeit "in verschiedenen Szenarien diskutiert". Entscheidungen hierzu gebe es jedenfalls noch nicht.

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