rp13: Sascha Lobos Kunst des Nichtssagens

Alle Jahre wieder schwingt sich Alphablogger Sascha Lobo zum Eröffnungstag der Bloggerkonferenz re:publica zu einem Überraschungsvortrag auf, in dem der noch 37-Jährige die jüngsten Trends des Webs Revue passieren lässt. Im Zentrum seines einstündigen Vortrags stand die Netzpolitik wenige Monate vor der Bundestagswahl. Doch SPD-Sympathisant Lobo vermied den Frontalangriff auf die Kanzlerin. "Was würde Merkel überzeugen?", fragte Lobo für den Fall der Wiederwahl.

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Alle Jahre wieder schwingt sich Alphablogger Sascha Lobo zum Eröffnungstag der Bloggerkonferenz re:publica zu einem Überraschungsvortrag auf, in dem der noch 37-Jährige die jüngsten Trends des Webs Revue passieren lässt. Im Zentrum seines einstündigen Vortrags stand die Netzpolitik wenige Monate vor der Bundestagswahl. Doch der SPD-Sympathisant Lobo vermied den Frontalangriff auf die Kanzlerin. "Was würde Merkel überzeugen?", fragte Lobo für den Fall der Wiederwahl.

Jahr für Jahr muss muss Alphablogger Sascha Lobo der hungrigen Netzgemeinde das Internet zu erklären. Auch zum diesjährigen Überraschungsvortrag war die größte Halle der STATION Berlin um kurz vor 20 Uhr wieder zum Bersten gefüllt.

Sascha Lobo bedient seine Internet-Fans so gut er kann. Das Problem wie im Vorjahr: Der 37-jährige Berliner, der auch in diesem Jahr mit dem charakteristischen Irokesen-Haarschnitt die Bühne betrat,  hat im Grunde längst alles, was er zu sagen haben könnte, über seine lesenswerte Kolumne bei Spiegel Online verbreitet.

"Mit Wut und Pathos Politik machen"

So ist denn der einstündige  Vortrag vor ausverkauftem Haus in allererster Linie der Kunst der Buzzword-Aneinanderreihung geschuldet – und damit der Kunst des Nichtssagens. Lobo referierte anrissmäßig über die großen Themen, die die  Internetgemeinde in diesen Tagen beschäftigen: Datendrosselung durch die Telekom,  Leistungsschutzrecht, Vorratsdatenspeicherung, Bandbreitenblamage. Viel angerissen, wenig neue Erkenntnisse. Und eine Google Glass Brille konnte Lobo auch nicht präsentieren.

Doch dann passiert es. Der bekennende SPD-Sympathisant Sascha Lobo („Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass Peer Steinbrück Kanzler wird!“), begab sich in die Niederungen der Netzpolitik herab. "Mit Wut und Pathos" müsse man Politik machen, erklärte Lobo und nahm die Internet-Nutzer dabei explizit in die Pflicht.

"Was würde Merkel überzeugen?"

Es war ein Aufruf, der an das Plädoyer fürs Bloggen aus dem Vorjahr erinnerte. Dabei geht diesmal um die absehbare Grundfrage der nächsten vier Jahre: "Wir müssen uns fragen, was würde Merkel überzeugen?", erklärt Lobo abseits von aller Parteizugehörigkeit.

Nicht weniger als "eine Hobbylobby für das freie, offene und sichere Internet" sei die Netzgemeinde, prangert Lobo an. Ob die Botschaft ankam, bleibt fraglich. Hauptsache dabei gewesen, dürfte den meisten Teilnehmern beim Hakenmachen auf der diesjährigen re:publica gereicht haben.  

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