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Hacker stahlen rund 45 Millionen Dollar

Sie brauchten keine Masken, ihre Waffen waren Computer: In nur wenigen Stunden haben Hacker den größten Bankraub in der Geschichte des 21. Jahrhunderts durchgezogen. Dabei nahmen sie Banken in New York und insgesamt 26 weiteren Ländern ins Visier, bei denen sie an Bankautomaten bündelweise das Geld abhoben. Vor einem US-Gericht müssen sich nun sieben Mitglieder einer weltweit organisierten Bande verantworten. Auch in Deutschland sollen die Kriminellen aktiv gewesen sein.

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Nach jetzigem Ermittlungsstand befindet sich die Anführer dieser Vereinigung noch im Ausland. Hilfe bei der Fahndung bekam die US-Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben von Ermittlern in Deutschland, Kanada, Japan, Rumänien und zwölf weiteren Ländern. So sollen die Bankräuber gestohlene Daten von Banken in Golfstaaten benutzt haben, um die Prepaid-Karten beliebig oft zu vervielfältigen. Dabei entfernten sie das Limit für eine Abhebung und programmierten die Zugangscodes neu – auf alte Kreditkarten und sogar Hotelschlüssel.
Einen der Verdächtigen registrierten Überwachungskameras in Manhattan dabei, wie sein Rucksack mit jedem Stopp an einem Geldautomaten voller und voller wurde. Die Brooklyner Staatsanwältin Loretta Lynch nannte es einen “virtuellen kriminellen Flashmob”. Der fand an zwei Daten statt: Im Dezember vergangenen Jahres erbeuteten die Kriminellen rund fünf Millionen Euro, im Februar dieses Jahr sammelten sie mit 36.000 Transaktionen weltweit rund 40 Millionen Dollar ein.
Die Verdächtigen stammen aus der Dominikanischen Republik und lebten in einem Ort nahe New York. Die Polizei sei ihnen schon länger auf der Spur gewesen, heißt es. Der Kopf der Bande, Alberto Yusi-Lajud, soll im April in der Dominikanischen Republik ermordet worden sein. Bei seiner Leiche fanden die Ermittler eine Koffer mit 100.000 Dollar in bar. Auch die anderen Mitglieder der Bande lebten fix auf großem Fuß und leisteten sich Luxuskarossen und teure Uhren.
Experten gehen davon aus, dass die Tat Nachahmer finden wird. Ein Problem sind die Magnetstreifen auf Kreditkarten, die zu leicht zu kopieren sind. Doch Händler und Banken halten weiterhin daran fest. Zudem seien Banken im Nahen Osten noch nicht auf dem höchsten Stand der Sicherheitstechnik, was derartige Manöver von Cyberkriminellen vereinfacht.

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