Dokus: ARD und Produzenten einigen sich

Geglättete Wogen zwischen der ARD und ihren Produzenten: Nachdem sich die Allianz Deutscher Produzenten Film & Fernsehen e.V. im letzten Jahr mit dem ZDF auf eine vertragliche Zusammenarbeit bei Dokumentationen einigen konnten, ist nun auch die Einigung mit den Landesrundfunkanstalten der ARD erfolgt. Doku-Produzenten erhalten fortan "wesentliche Verbesserungen der Vertragsbedingungen", so die ARD.

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Unter anderem konnten sich die Parteien darauf einigen, dass Produzenten künftig zu 16 Prozent an den Bruttoerlösen aus der Auswertung der Produktion im Ausland, im Pay-TV, im Kino und aus Videoprogrammen beteiligt werden. Eine Einigung über Beteiligung an den Einnahmen aus Video-On-Demand-Angeboten ist noch nicht erfolgt.
Des weiteren können künftig Verwertungsrechte, die vom Sender nicht innerhalb einer 5-Jahresfrist genutzt werden, dem Produzenten zurückübertragen werden, sofern dieser ein konkret vorliegendes Verwertungsinteresse nachweisen kann.  Die Sender behalten dabei ein nicht-exklusives Senderecht. Die Regelung gilt für Produktionen, die nach dem 1. Juli 2011 erstmals ausgestrahlt wurden. Eine Auswertung außerhalb der deutschsprachigen Gebiete ist bereits vor Ablauf der Frist möglich, falls ein Verwertungsinteresse nachgewiesen werden kann. Die Sender werden in beiden Fällen an den Erlösen beteiligt.
Die Eckpunktvereinbarungen gelten für inhaltlich in sich abgeschlossene Produktionen bereits ab einer Programmlänge von 15 Minuten.
"Die ARD hat damit die Vorgabe des Rundfunkstaatsvertrags nach ausgewogenen Vertragsbedingungen für die drei größten Genres Fiktion, Unterhaltung und jetzt eben auch Dokumentation erfüllt", sagt ARD-Verhandlungsführerin und stellvertretende WDR-Intendantin Eva-Maria Michel.
Für die Vorsitzende des Sektionsvorstands Dokumentation der Produzentenallianz, Dagmar Biller, sind die Beschlüsse ein großer Erfolg: "Denn es ist uns gelungen, die jahrzehntelange geübte Vertragspraxis aufzubrechen und die Produzenten am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Filme zu beteiligen." Gleichzeitig macht Biller aber deutlich, dass die Forderungen der Produzenten noch nicht gänzlich erfüllt worden sind: "Jetzt freuen wir uns auf die Fortsetzung der Gespräche mit der ARD über teilfinanzierte Produktionen."

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