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Steuer-CD: Hoeneß geht gegen Focus vor

“Sein Name war auf einer Steuer-CD”, schrieb der Focus in Ausgabe 18 unter dem Titel “Strafsache Hoeneß”. Diese Zeile könnte nun für die Münchner Magazinmacher ein rechtliches Nachspiel haben. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung gehen die Anwälte von Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß gegen die Berichterstattung des Focus vor. Es geht um die Behauptung, sein Name sei auf einer Steuer-CD bei der Staatsanwaltschaft Bochum aufgetaucht. Die dementiert.

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Laut Focus-Bericht hätten die Bochumer die Datei mit Steuersündern an die Kollegen in München weitergeleitet, darunter auch Informationen über ein Konto von Uli Hoeneß bei einer Schweizer Bank. Kurios: In der Folge-Geschichte des Focus “Die Hoeneß-Offensive” (Ausgabe 19) berichtet das Magazin selbst, dass die Staatsanwaltschaft Bochum die Behauptung “glaubwürdig dementiert” habe. Demnach seien auch keine Informationen über Hoeneß’ Finanzen an die Staatsanwaltschaft München weitergegeben worden.

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Laut SZ fordern Hoeneß’ Anwälte nun eine Richtigstellung. Darüber hinaus spekuliert die Zeitung über eine etwaige Gegendarstellung. Die müsste an vergleichbarer Stelle im Blatt abgedruckt werden – in diesem Fall auf dem Titelblatt. "Es liegt ein Anspruchsschreiben der Anwälte von Uli Hoeneß vor. Focus weist die Ansprüche jedoch zurück", erklärt ein Focus-Sprecher gegenüber MEEDIA.
Der Focus war das erste Medium, das mit dem Steuerskandal rund um den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß via Vorabmeldung herauskam. Chefredakteur Jörg Quoos erzählte anschließend bei "Günther Jauch" und am Dienstag auch bei "Markus Lanz", dass es erste Hinweise bereits während der Produktion der Titelgeschichte “FC Supermacht”, die sich mit dem Phänomen FC Bayern beschäftigte, gegeben hatte.

Im weiteren Verlauf gab der Focus die Federführung in der Berichterstattung jedoch an die Süddeutsche Zeitung ab. Dort begann das Investigativ-Team rund um Hans Leyendecker zu recherchieren und liefert stetig neue Enthüllungen zum Fall Hoeneß. Vor allem der dubiose Millionen-Kredit, den Hoeneß vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus just zu einer Zeit erhalten hatte, als Adidas eine lukrative Kooperation mit dem FC Bayern einging. In der Folge enthüllte die SZ, dass es gegen Hoeneß sogar einen Haftbefehl gab, der gegen fünf Millionen Euro Kaution außer Vollzug gesetzt wurde.
Dem Focus dagegen gelang es nicht, das Thema Hoeneß nach der Initialzündung weiter zu treiben. Zum einen mag dies daran liegen, dass der Focus ein Wochenmagazin ist. Allerdings hat der Focus in Gestalt von Gründer und Herausgeber Helmut Markwort auch noch einen veritablen Interessenskonflikt im eigenen Haus. Markwort ist FC-Bayern-Intimus und Mitglied des Aufsichtsrats bei dem Fußballverein.

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