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Wo ist der deutsche Business Insider?

Die Wirtschaft hat es schwer in der Blogosphäre. Dabei sind die Bundesbürger in diesen Tagen so vermögend wie nie. Das findet jedoch keinen Niederschlag in deutschen Finanzblogs. Führende Wirtschaftsjournalisten und die comdirect Bank zeichneten auf der re:publica 2013 die Gewinner des Finanzblog Awards aus. Dies waren die Nischenplayer menschen.zahlen.sensationen, Mr. Market und Wirtschaftswurm. Das US-Vorbild des Business Insiders bleibt unerreicht.

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Die Wirtschaft hat es schwer in der Blogosphäre. Dabei sind die Bundesbürger in diesen Tagen so vermögend wie nie. Das findet jedoch keinen Niederschlag in deutschen Finanzblogs. Führende Wirtschaftsjournalisten und die comdirect Bank zeichneten auf der re:publica 2013 die Gewinner des Finanzblog Awards aus. Dies waren die Nischenplayer menschen.zahlen.sensationen, Mr. Market und Wirtschaftswurm. Das US-Vorbild des Business Insiders bleibt unerreicht.

Was läuft da schief? Der Leitindex Dow Jones notiert in diesen Tagen auf Allzeihtochs, der Dax folgt nur wenige Punkte entfernt. Und doch ist in der sichtlich gereiften deutschen Blogosphäre alles andere als eine Aufbruchsstimmung zu Finanzthemen zu verspüren. Es gibt sie weiter, die Routiniers unter den deutschen Wirtschaftsmedien, auch nach der spektakulären Pleite der FTD vom vergangenen Dezember – die Online-Angebote von Handelsblatt.com, manager magazin online oder wiwo.de

Doch bahnbrechende Neugründungen wie bei Fashion- und Foodbloggern sucht man im Finanzbereich eher vergebens, wie auch bei der Preisverleihung des Finanzblog Award der comdirect Bank im Rahmen der re:publica 2013 deutlich wurde. Gewonnen haben mit menschen.zahlen.sensationen, Mr. Market und dem Wirtschaftswurm Liebhaberprojekte am Rande des Mainstreams.

Deutscher Business Insider: Kein Verlag wollte zugreifen

Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Vorzeige-Projekt wie dem vom früheren Internetaktienanalysten Henry Blodget gegründeten Business Insider in den USA.  "Es gab einen Business Plan für einen deutschen Business Insider", berichtet Jurymitglied Thomas Knüwer auf dem Finanzblog-Panel am ersten Tag der re:publica: "Doch kein Verlag wollte zugreifen."

So bleibt das Thema eines der ungelösten Rätsel des deutschen Internets. Die frühere ZDF-Moderatorin Jeannine Michaelsen, die Olli Kahn 2012 während der Fußball Europameisterschaft versuchte, das Twittern beizubringen, war dabei auch keine Hilfe. Sie rief den längst verstorbenen Weltökonomen Benjamin Graham zum zweiten Gewinner aus und schmiss mit verunglückten Börsenweisheiten und Metaphern um sich. Kostprobe: "Hoch ist schwieriger als runter" und "Wie sehen Finanzblogs in 8-12 Jahren aus?" Wohl dem, der dafür schon eine Vision hat…

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