Die erfolgreichsten Titel-Geschichten der Zeit

Publishing Derzeit ist Die Zeit mit dem exklusiven Uli-Hoeneß-Interview in aller Munde, zudem gehört die Wochenzeitung zu den wenigen Printmedien, deren Verkaufszahlen steigen und steigen. Doch mit welchen Themen gelingt das? Welche Titel sind die erfolgreichsten, locken die meisten Käufer an den Kiosk? Sind es große gesellschaftliche Debatten? Harte Politik-Titel? MEEDIA hat sich die IVW-Zahlen der jüngsten 12 Monate angeschaut und zeigt die Einzelverkaufs-Tops und Flops der Zeit.

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In die Wertung unserer Analyse kamen die Ausgaben 15/2012 bis 14/2013 – neuere Zahlen gibt es von der IVW noch nicht. Wir haben dabei vor allem auf den Einzelverkauf am Kiosk geschaut, denn besonders hier zeigt sich, welche Themen die potenziellen Leser interessiert haben – und welche nicht.

Die Nummer 1 dieses Zeitraums ist die Ausgabe 52/2012: 134.298 Leute griffen zur Weihnachtsausgabe mit der Titelzeile "Hauptsache, Weihnachten!" und dem Teaser "Kitsch, Konsum, Klingelingeling? 25 Autoren erklären, warum sie das Fest trotzdem lieben":

Dass diese Ausgabe ganz oben steht, ist keine riesige Überraschung. Besonders an Weihnachten und Ostern verzeichnet Die Zeit oft deutlich überdurchschnittliche Verkaufszahlen. Die Menschen haben an den Feiertagen mehr Zeit zum lesen, kaufen sich vielleicht schon für die Zugfahrt zur Familie eine Zeit. So folgt auf Platz 2 der 12-Monats-Liste auch die Oster-Ausgabe 2012: "Yoga mit Jesus – Medidation in der Kirche, Coaching im Kloster, Beten im Internet: In der modernen Gesellschaft basteln sich viele ihre eigene Religion. Darf man das?" - 133.578 kauften sie am Kiosk:

Ebenfalls von Feiertagen profitiert hat Ausgabe 1/2013, die vor dem Jahreswechsel erschien: "Der magische Moment – Was die großen Gelegenheiten im Leben ausmacht. Und wie wir sie nutzen" war zudem ein passendes Titelthema zum Jahreswechsel. 124.608 fanden das auch und griffen am Kiosk zu.

Die erfolgreichste Ausgabe abseits der Feiertage war der "Abschied vom Süden" (31/2012). "Griechenland, Spanien, Italien: Unsere liebsten Urlaubsländer gehen baden – uns aber geht die Kraft aus, ihnen zu helfen. Was dies für die Länder bedeutet und was den Deutschen bevorsteht." 122.694 Kiosk-Käufer griffen zu – mehr als bei der Oster-Ausgabe 2013, die mit 122.288 auf Platz 5 folgt.

In der Top Ten vertreten ist zudem noch der Titel "Wie Facebook, Google & Co. die Welt zensieren". Das ist insofern interessant, als Internet-Themen beim Spiegel, stern und anderen Magazinen oftmals nicht gerade zu den Bestsellern gehören. Bei der Zeit hat der Zensur-Titel zumindest funktioniert.

Ebenfalls noch dabei: Die Gesundheits-Titel "Ärzte brechen ihr Schweigen" und "Das große Tabu Therapie", dei Ausgabe mit dem Start der Serie über die "Hauptwerke der europäischen Literatur seit 1945" und der Politik-Titel "Der große Bluff", in dem ein Jahr vor der Bundestagswahl mit den Parteien abgerechnet wurde.

Der größte Flop der 52 Wochen war mit nur 84.733 Einzelverkäufen die Ausgabe 51/2012: "Suche dringend Wohnung – Was jetzt passieren muss, damit Normalverdiener und Studenten nicht weiter aus der Mitte unserer Städte vertrieben werden".

Allerdings: Sie lag auch einen Tag weniger am Kiosk, da die folgende Weihnachts-Ausgabe 52/2012 (die Nummer 1 des Rankings – siehe oben) schon am Mittwoch erschien. Ohne diesen Sondereffekt wäre wohl eine andere Ausgabe der Flop des Jahres – eine Tatsache, die uns Medienmenschen mal wieder vorführt, dass die Entwicklung in unserer Branche den Mainstream kaum interessiert. Es handelt sich nämlich um die Ausgabe 48/2012 mit der Zeile "Wie guter Journalismus überleben kann". Nur 86.154 Kiosk-Käufer wollten das wissen.

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