Bauer: Teilauslagerung der Fernsehwoche

Publishing Die nächste TV-Zeitschrift wird entkernt: Wie der Bauer-Betriebsrat den Verlags-Mitarbeitern in einem „Newsletter“ mitteilt, soll die Fernsehwoche teilausgelagert werden. Bis auf die Textredaktion werden alle Ressorts aufgelöst. Insgesamt soll sieben Mitarbeitern gekündigt worden sein. Darunter auch Chefredakteurin Beatrix Kruse. Jan von Frenckell, Chefredakteur von Auf einen Blick und TV Klar, übernimmt nun zusätzlich die Produktion des wöchentlichen Programmies.

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Bereits an diesem Wochenende ziehen die verbliebenen Fernsehwoche-Mitarbeiter auf einen Flur mit der Redaktion von Auf einen Blick und TV Klar. Die weiteren Aufgaben sollen offenbar von dem externen Dienstleiter Redaktion 4 übernommen werden.
In einer ersten Pressemitteilung bestätigt Bauer die neue Chefreaktion. Von einer Teilauslagerung ist in der Verlagsmitteilung allerdings keine Rede. „Jan von Frenckell ist es im vergangenen Jahr gelungen, den Traditionstitel auf einen Blick wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Er hat mit dem Relaunch seine hohe Kompetenz bewiesen und kennt den umkämpften Markt der wöchentlichen Programmzeitschriften bis ins Detail“, kommentiert Sven Dams, Geschäftsführer Bauer Programm GmbH. „Mit seiner Expertise werden wir nun auch das Profil der Fernsehwoche schärfen und das Potential der Marke ausschöpfen.“
Im ersten Quartal meldete die Fernsehwoche einen Gesamtverkauf von 436.595. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 6,52 Prozent. Innerhalb von zwei Jahren gingen sogar über 13 Prozent der Auflage verloren.

Gegenüber MEEDIA bestätigte der Verlag noch einmal, dass die Fernsehwoche ein "ein wichtiger Teil des Bauer Programmsegments" bleibe. "Durch strukturelle und organisatorische Veränderungen soll die Marke nun neuen Auftrieb erhalten und sich erfolgreich im hart umkämpften Markt der wöchentlichen TV-Zeitschriften positionieren".

In seinem Schreiben beschwert sich der Betriebsrat über den schlechten Stil, mit dem die Geschäftsführung die Umstrukturierung anpacken würden. So wäre noch nicht einmal die Kündigung von Kruse begründet worden. „Wir sind bestürzt, enttäuscht und wütend. Es ist nicht nur eine fürchterliche Zeit, die alle durchgemacht haben und die die sieben direkt betroffenen Kolleginnen und Kollegen jetzt noch erleben. Es ist ein falsches Signal für die gesamte Belegschaft. Und in den Arbeitsmarkt hinein wirkt so ein Umgang kontraproduktiv“, heißt es in dem Newsletter. Wütend ist der Betriebsrat offenbar auch auf Konzernleiter Jörg Hausendorf, weil sich nicht in der Redaktion habe sehen lassen um „Rechenschaft abzulegen für das, was er mit zu verantworten hat“.

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