Das deutsche „Snow Fall“ der Rhein-Zeitung

Ende 2012 sorgte das Projekt "Snow Fall" der New York Times für Aufsehen. Das Web-Feature von John Branch läuft allem zuwider, was man normal zu Online-Journalismus hört: Es ist lang, nicht hochaktuell und besteht aus sehr viel Text. Doch die Aufarbeitung mit vielen Bildern und multimedialen Elementen machte das Werk zu einem Vorzeigeprojekt. Daran orientiert hat sich nun die Rhein-Zeitung, die eine Reportagereihe zum Arabischen Frühling vergleichbar aufbereitete.

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Drei Monate lang war Rhein-Zeitungs-Redakteur Dietmar Telser in den Ländern des Arabischen Frühlings unterwegs. Er besuchte die Orte, die auf den Bildern von vor zwei Jahren zu sehen waren, die in seiner Zeitung gedruckt wurden. Und er sprach mit Menschen, die darauf zu sehen waren.
Entstanden ist eine Reise von Tunesien gen Osten – über Libyen, Ägypten und Jordanien. Alles auf dem Landweg. Und entstanden sind vier Reportagen, eine pro Land. Die Rhein-Zeitung veröffentlichte die Texte zunächst in ihrem Wochenend-Journal. Ab heute sind sie auch online einsehbar. Name des Specials: "Arabellion – Was vom Frühling bleibt".
Bei der Aufarbeitung orientiert man sich eng am Vorbild "Snow Fall". Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete US-Reportage wird auch offen als Vorbild genannt. Rhein-Zeitungs-Chefredakteur Christian Lindner schreibt: "Wir haben uns dabei für eine ganz besondere Form entschieden, die auch von der berühmten Web-Reportage "Snow Fall" der New York Times geprägt wurde: Lang, ruhig und textbetont – aber auch optisch opulent und teils multimedial." Das Ergebnis sei auch für die Rhein-Zeitung "eine neue Dimension".

Screenshot: Die Startseite von rheinstagram.de/Arabellion
Die Reportagen kommen mit bildschirmfüllenden Bildern daher, die beim Scrollen verbleichen. Wie in einem Print-Layout sind zudem weitere, kleinere Bilder eingebettet, Zitate dienen als optisch abgesetzte Wellenbrecher. Am Ende des Beitrags befindet sich eine Zeitleiste zu den Protesten.
Die einzelnen Texte kann der Leser als Unterpunkte, sortiert nach Land, einzeln ansteuern. Zudem gibt es eine Karte, welche die Stationen und den Weg der Reise von Dietmar Telser verdeutlicht. Das gesamte Projekt ist in sich geschlossen als eigenes Web-Special konzipiert. Und unbedingt zur Lektüre empfohlen.

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