Apple leiht sich Geld, um Steuern zu sparen

Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen kennt die Apple-Aktie nur noch eine Richtung – steil nach oben. Doch die Nachfrage der Anleger beschränkt sich nicht nur auf den Aktienmarkt: Seit Dienstag ist Apple auch auf dem Rentenmarkt präsent. Mit 17 Milliarden Dollar platzierte der Kultkonzern aus Cupertino die größte Anleihe, die je ein Nicht-Finanzkonzern emittiert hat. Die Apple-Anleihen sind allerdings nichts für Zocker – sie rentieren nur mit bis zu 4 Prozent.

Anzeige

Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen kennt die Apple-Aktie nur noch eine Richtung – steil nach oben. Doch die Nachfrage der Anleger beschränkt sich nicht nur auf den Aktienmarkt: Seit Dienstag ist Apple auch auf dem Rentenmarkt präsent. Mit 17 Milliarden Dollar platzierte der Kultkonzern aus Cupertino die größte Anleihe, die je ein Nicht-Finanzkonzern emittiert hat. Die Apple-Anleihen sind allerdings nichts für Zocker – sie rentieren nur mit bis zu 4 Prozent.

Warum braucht der wertvollste Konzern der Welt, der mit 145 Milliarden Dollar über die größten Barreserven der Welt verfügt, frisches Geld vom Bondmarkt? Weil er einen klassischen Wall Street-Trick aus dem Lehrbuch von Warren Buffett spielt: Billiges Geld leihen, um nicht benötigtes Geld an Aktionäre auszuschütten, um die Anteilseigner so bei Laune zu halten und nach einem siebenmonatigen Börsencrash Kurspflege zu betreiben. 

Bonds-Auflage wegen Cash-Reserven im Ausland

Ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von weiteren 55 Milliarden Dollar hatte Apple-CEO Tim Cook vergangenen Dienstag nach Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen angekündigt – eine Summe, die normalerweise problemlos aus den eigenen Cash-Reserven bestritten werden könnte.

Das Problem: Lediglich rund 42 Milliarden Dollar davon liegen auf Konten in den USA – der Rest in Höhe von über 102 Milliarden Dollar dagegen in Steueroasen im Ausland. Ergo: Die Rückführung des Kapitals würde erkleckliche Steuerzahlungen nach sich ziehen. Entsprechend zapft Apple lieber den Rentenmarkt an, wo sich der iPhone-Hersteller auf Niedrigzins-Niveau mit frischem Kapital versorgen kann.

Nachfrage nach iBonds riesengroß

Und das im Rekordumfang. Bis auf hoch kapitalisierte Großbanken hat kein anderer Konzern weltweit eine solche Emission auf dem Anleihemarkt gestartet wie Apple. Tatsächlich war der Hunger auf "iBonds" schier unstillbar: Sechs verschiedene Bonds – mit einem jährlichen Kupon von 0,45 Prozent bis 2016 bis zu einem Langläufer, der zu  3,85 Prozent bis zu 2043 rentiert  – konnte der iPhone-Hersteller gestern über die Deutsche Bank und Goldman Sachs platzieren.
 
Stattliches Emissionsvolumen der iBonds: 17 Milliarden Dollar! Wie Bloomberg berichtet, hätte Apple tatsächlich die dreifache Menge platzieren können – das Nachfragevolumen lag bei über 50 Milliarden Dollar. Nach Zeiten extremer Kursturbulenzen scheint die Faszination von Apple am Kapitalmarkt also immer noch ungebrochen. Anleger versprechen sich von iBonds nur offenbar das Gegenteil der Apple-Aktie: Sicherheit.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige