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Wikipedia-Autoren sauer über ZDF-Deal

Die Ankündigung des ZDF gemeinsam mit den Betreibern der Wikipedia einen "Faktencheck" zur Bundestagswahl zu betreiben, sorgt nicht nur für positive Reaktionen. Einige Nutzer der Wikipedia beschweren sich, man werde als billige Arbeitskraft missbraucht. Außerdem wird kritisiert, dass viele Details noch nicht bekannt seien, zum Beispiel, wie die Kooperation konkret gestaltet werden soll oder welche Lizenzen genutzt werden sollen. Die Debatte lässt zudem alte Wunden in der Wikipedia aufbrechen.

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"Was das ZDF will, ist ein preiswerter Journalist, der möglichst viele Wikipedianer ranschleppen kann, die für die nicht mehr vorhandenen regulären Journalisten ehrenamtlich, und damit fürs ZDF gratis, hochwertige Inhalte erstellen", schreibt zum Beispiel ein User auf der Plattform in einer Diskussion zum Thema. Ein anderer ergänzt: "Ohne Vergütung würde ich in der Aktion für das ZDF nicht eine Silbe für lau tippen. Mißbrauch des Ehrenamts."
Kritisiert wird auch, dass die Nutzer selbst nicht entscheiden können, welche Themen redaktionell verwendet werden. Andere Fragen nach dem Nutzen, den die Wikipedia aus dem Projekt ziehen würde. "Einen Nutzen, was Inhalte angeht, kann ich dabei für Wikipedia nicht erkennen. Wikipedia ist heute schon der typische Second screen, und, sehr geradeheraus gesagt: Daß Merkel lügt wie gedruckt, muß durch keine noch so einfallsreiche Aktion mehr ausgebreitet und dokumentiert werden", ist in der Diskussion zu lesen.
Einfach so, wie sie für die Wikipedia arbeiten, wollen viele Nutzer für einen Faktencheck des ZDF nicht. Im Rahmen der Diskussionen wird auch generelle Kritik an klassischen Medien im Generellen und am ZDF im Speziellen laut. Dies reicht mitunter sogar bis in Verschwörungstheorien.
Auch alte Wunden innerhalb der Wikipedia brechen auf. So wird über die Verwendung von Spendenmitteln in der Wikipedia diskutiert. Das Verhältnis zwischen bezahlten Mitarbeitern der Wikimedia und den ehrenamtlichen Nutzern kommt ebenso zur Sprache. Doch nicht alle Nutzer sind kritisch. Einige sehen im "ZDF Faktencheck" auch ein lobenswertes Projekt und erinnern, dass Nutzer, die diesen kritisch sehen, ja nicht gezwungen seien, teilzunehmen.
Der ZDF-Faktencheck soll die Aussagen von Politikern im Wahlkampf unter die Lupe nehmen. Wikimedia soll Wikipedia-Nutzer animieren, teilzunehmen. Das ZDF will die Ergebnisse multimedial in verschiedenen Formaten in die Berichterstattung einbringen und die Werke unter einer Creative Commons-Lizenz zur freien Verfügung stellen. 

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