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Presse-Sitze: Gericht will nachverlosen

So langsam entwickelt sich die Vergabe der Presseplätze beim NSU-Prozess zur Posse. Nach der Verlosung am Montag, bei der unter anderem die Welt, die FAZ und die taz keinen Sitz im Gerichtssaal bekamen, will das OLG München nun offenbar einen Sitz nachverlosen. Gegenüber der ARD räumte eine Gerichtssprecherin ein, dass es zu zwei Pannen gekommen war. Auch das Bundesverfassungsgericht muss sich mit der Platz-Vergabe wohl noch einmal befassen. Ein Journalist legte Beschwerde in Karlsruhe ein.

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Stein des Anstoßes ist der Platz eines freien WDR-Mitarbeiters. Er soll sich irrtümlich um einen Platz beworben haben. Offenbar war ihm entgangen, dass sich die ARD als Pool bewirbt. Als er dies erfuhr, zog er seinen Antrag auf Akkreditierung zurück. Den Rückzug vergaß offenbar das OLG und ließ seinen Namen im Lostopf. Diesen Platz wollen die Münchner nun neu vergeben.
Die zweite Panne bezieht auf die Bewerbung des MDR-Hörfunks, der versehentlich im Topf für die Fernsehsender landete. Laut Tagesschau.de soll es in diesem Fall allerdings keine Nachverlosung geben.

Wann die Nachverlosung stattfindet ist noch unklar. Wie Spiegel Online berichtet, wird es vor Donnerstag wohl keine Entscheidung geben. Zudem steht auch noch nicht fest, wann sich das Bundesverfassungsgericht mit der Beschwerde des Journalisten Martin Lejeune beschäftigt. Zudem wollen auch die FAZ und die taz gegen die Vergabe vorgehen. Die Welt legte gerade erst ihre Beschwerde-Pläne auf Eis. "Das Auswahlverfahren des Münchner Gerichts hat gravierende Mängel mit absurden Folgen offenbart, die uns bei einer Klage gute Chancen eröffnen. Wir haben uns trotzdem gegen den Antrag auf eine Einstweilige Anordnung entschieden, weil wir vor allem den Angehörigen der NSU–Opfer keine erneute Verschiebung des Prozesses zumuten möchten", erklärt Chefredakteur Jan-Erik Peters. "Eine spätere Klage schließen wir wegen des Präzedenz–Charakters aber keineswegs aus."

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Über die Erfolgschancen der Medien und des Journalisten streiten die Medienanwälte. Gegenüber MEEDIA räumt Ralf Höcker den Medien, die leer ausgegangen sind, kaum Chancen ein. Sein Anwalts-Kollege Christian Schertz widersprach dem allerdings.

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