Handelsblatt: Vize Brors wird Personalchef

Erfahrene Journalisten landen gelegentlich auf dem Posten eines Journalistenschulleiters. Dass ein leitender Journalist aber nicht nur Ausbilder, sondern gleichzeitig Personalchef wird, könnte ein Novum in der Branche sein. Peter Brors, 46, bisher Vizechef des Handelsblatt, geht genau diesen ungewöhnlichen Karriereschritt. Ziel sei, die "Verlagsbürokratie alter Schule zurückzudrängen" und "die journalistisch geprägte Unternehmenskultur zu stärken", sagt Handelsblatt-Geschäftsführer Gabor Steingart.

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Steingart, der vor einigen Monaten vom Chefredakteursposten beim Handelsblatt an die Verlagsspitze wechselte, lobt Brors als "Vollblutjournalisten", der nun "seine Leidenschaft, seine Empathie und seine Aufgeschlossenheit gegenüber neuen journalistischen Produkten an anderer Stelle einsetzen" werde. Umstiege von Posten in einer Redaktion auf die Verlagsseite gehören in der deutschen Medienbranche eher zu den Ausnahmen, auch wenn es mittlerweile keine chinesischen Mauern mehr zwischen beiden Seiten gibt. Personalchefs sind üblicherweise ausgebildete Juristen.
Brors ist studierter Diplom-Kaufmann, absolvierte selber die Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten und begann seine Karriere als Redakteur beim Handelsblatt. Anfang 2008 wechselte er, inzwischen Korrespondent beim Manager Magazin, als Vizechef zurück zu der Düsseldorfer Wirtschaftszeitung. Sein Posten wird nicht nachbesetzt. Handelsblatt-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs hat mit Sven Afhüppe und Michael Inacker nun zwei statt bisher drei Stellvertreter.
Den bisherigen Leiter der Journalistenschule, Klaus Methfessel, lobt Steingart für seinen "unermüdlichen Einsatz". Der langjährige stellvertretende Chefredakteur der WirtschaftsWoche, die ebenfalls in der VHB erscheint, habe die Georg von Holtzbrinck-Schule "zu einer der führenden Ausbildungsstätten für Wirtschaftsjournalisten ausgebaut". 

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