NSU-Presseplätze: Welt und taz prüfen Klage

Kaum ist bekannt, wer die Presseplätze im NSU-Prozess erhält, sorgt das Ergebnis des Losverfahrens für neuen Ärger. Sowohl die Welt als auch die taz prüfen, ob sie juristisch gegen das Ergebnis der neuen Akkreditierungsrunde vorgehen. Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters sagte: "Der wichtigste Prozess in diesem Jahr in Deutschland, und die drei großen überregionalen Qualitätszeitungen des Landes sind ausgeschlossen, anders als etwa das Anzeigenblatt 'Hallo München' – das ist doch absurd."

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Daher erwäge man "eine juristische Klärung." Auch die taz-Chefredakteurin Ines Pohl kündigte eine mögliche Klage an. Dabei wolle die Zeitung eine Videoübertragung doch noch möglich machen. Auf Twitter schrieb Pohl: "taz prüft ob sie gegen Platzvergabe klagt um Videoübertragung für JournalistInnen zu erwirken."
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat ebenfalls mit Unverständnis auf das Ergebnis des Akkreditierungsverfahrens zum NSU-Prozess reagiert. Der Verband kritisierte, dass eine Einteilung der Zeitungen in regionale und überregionale Medien vom Gericht nicht vorgesehen gewesen war.
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken sagte: "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass es für die überregional wichtigsten Medien kaum eine Möglichkeit geben soll, über das NSU-Verfahren zu berichten. Die Vergabe der Presseplätze steht in krassem Widerspruch zur immensen bundesweiten und internationalen Bedeutung des Prozesses." 
Konken nannte das Ergebnis des Akkreditierungsverfahrens "zweifelhaft". Auch das jetzt abgeschlossene zweite Akkreditierungsverfahren habe gezeigt, dass das Oberlandesgericht München mit der Pressearbeit zum NSU-Prozess überfordert sei.
Das OLG München hatte am frühen Nachmittag bekannt gegeben, wer im Losverfahren einen der 50 Plätze erhalten hat. Losglück hatten unter anderen RTL2, kabel eins, die Brigitte und hallo-muenchen.de. Leer aus gingen dagegen Zeit, FAZ, taz und die SZ, wobei letztere einen Platz für das SZ-Magazin erhalten hat.

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