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Weser Kurier-Chef Hackmack muss abtreten

Ein Verlag mit Auflösungserscheinungen: Erst wurde am Mittwoch bekannt, dass die Bremer Tageszeitungen AG (Weser Kurier) 110 Mitarbeiter entlassen will. Einen Tag später folgt nun die Nachricht, dass auch der Vorstandsvorsitzende gehen muss. Aber anders als die normalen Angestellten, wird Ulrich Hackmack nicht klassisch gekündigt, sondern geht auf Druck des Oberlandesgerichts Bremen. Die Richter hatten vor zwei Wochen festgestellt, dass der Vorstandsvorsitzende ohne Rechtsgrundlage im Amt sei.

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Hackmann steht seit 14 Jahren dem regionalen Verlagshaus vor. Wie das Gericht gerade entschied, hätte die letzte Vertragsverlängerung seines Vorstandspostens im Jahr 2009 nicht stattfinden dürfen, weil die Vertragsverlängerung damals nicht auf der Tagesordnung des Aufsichtsrates stand.

Der Rücktritt des Chefs ist der vorläufige Höhepunkt eines Gesellschafterstreits, der schon länger an der Weser schwelt. Der Verlag gehört zu genau gleichen Teilen der Unternehmer-Familie Meyer und der Familie Hackmack. Beide Gruppen stehen allerdings seit Jahren in tiefer Abneigung zueinander. Wer nun auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden folgt, ist noch unklar. Die drei übriggebliebenen Vorstandsmitglieder sollen die Geschäfte erst einmal weiterführen.

Unabhängig davon haben sie sowie so keine leichte Aufgabe. Das Mutterhaus des Weser Kuriers hat mit großen Problemen zu kämpfen und muss offenbar massiv sparen. Wie die Deutsche Journalisten Gewerkschaft am Dienstag öffentlich machte, will der Verlag rund 110 Jobs streichen. Alleine in der Redaktion könnten 20 der 100 Redakteure betroffen sein.

Der Weser Kurier hat aktuell – wie allerdings die gesamte Branche – mit Auflagenverlusten zu kämpfen. Im Gesamtverkauf kam die Tageszeitung im ersten Quartal auf 162.276 Exemplare. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 2,5 Prozent.

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