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Freelens zieht gegen Google vor Gericht

Und wieder Streit zwischen Presse und Google: Die Fotojournalisten-Organisation Freelens hat nach eigenen Angaben am 24. April Klage gegen den Suchmaschinenbetreiber eingereicht. Dabei geht es um die neu gestaltete Google Bildersuche, die Bilder auf Smartphones direkt in Vollbildgröße anzeigt und nicht mehr - wie bisher - zuerst auf die entsprechende Quellen-Seite weiterleitet. Die Freelens-Fotografen sehen dadurch ihre Urheberrechte verletzt.

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Für Smartphone-Nutzer ist die Umstellung der Bildersuche benutzerfreundlicher. Für die Fotografen von Freelens bedeute die Umstellung einen Eingriff in ihre Rechte, schreibt die Organisation auf ihrer Homepage. Die Bildersuche überspringt den Schritt, die eigentliche Website, auf der das gesuchte Foto publiziert wurde, zwischenzuschalten. Fortan erscheint das Bild direkt nach Anklicken in der Vollbildansicht. Durch Wischen auf dem Bildschirm gelangt der Betrachter dann direkt zum nächsten Bild. Auf die eigentliche Quellen-Seite wird nur noch durch einen Link am unteren Bildschirmrand verwiesen, der allerdings ausgeblendet werden kann.
"Dies widerspricht der Schutzfunktion des deutschen Urheberrechts und der dazu ergangenen aktuellen Rechtsprechung. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Art der Fotonutzung durch Google von den zuständigen Gerichten untersagt werden wird", erklärt Freelens-Justitiar Dirk Feldmann.
Die Kläger berufen sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes, der für maximal zulässig erklärt habe, "im Internet auffindbare Fotos durch Suchmaschinen in Thumbnailgröße zu zeigen, wenn bei Anklicken auf die Website weitergeleitet wird, auf der das Foto zu finden ist", erklärt die Organisation.
Google begehe damit Rechtsverletzungen, missachte "massiv" die Autorenrechte. Bildunterschriften und Autorenhinweise würden unterschlagen, da die Bilder völlig losgelöst von der Ursprungsseite angezeigt würden und somit in keinem Sinnzusammenhang mehr miteinander stünden. 
"Es ist erschreckend, welch geringe Wertschätzung und welche Missachtung elementarster Autorenrechte den Urhebern durch Google entgegengebracht wird. Es kann nicht sein, dass Fotografen zu reinen Content-Lieferanten von Google degradiert werden", beschwert sich der Freelens-Vorsitzende Bertram Solcher.
Google teilte gegenüber MEEDIA mit, dass man die Sache nicht kommentieren könne, da von einer solchen Klage in Deutschland noch nichts bekannt sei.
Freelens ist nach eigenen Angaben der größte Berufsverband für Fotojournalisten in Deutschland und setzt sich seit 1995 für bessere Arbeitsbedingungen ein. 

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