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Apple-Quartalszahlen: Endspiel für Tim Cook

Der ehemals wertvollste Konzern der Welt legt heute nach Handelsschluss das Zahlenwerk für das März-Quartal vor. Fest steht bereits: Erstmals seit 2003 werden Apples Gewinne wieder schrumpfen. Den Gewinnrückgang haben Anleger nach einem drastischen Kurseinbruch von mehr als 45 Prozent in 7 Monaten offenkundig bereits vorweggenommen. Die Angst vor dem nächsten schwachen Ausblick bleibt. Unterdessen wird an der Wall Street die Diskussion lauter, ob Tim Cook der richtige CEO für Apple ist.

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Der ehemals wertvollste Konzern der Welt legt heute nach Handelsschluss das Zahlenwerk für das März-Quartal vor. Fest steht bereits: Erstmals seit 2003 werden Apples Gewinne wieder schrumpfen. Den Gewinnrückgang haben Anleger nach einem drastischen Kurseinbruch von mehr als 45 Prozent in 7 Monaten offenkundig bereits vorweggenommen. Die Angst vor dem nächsten schwachen Ausblick bleibt. Unterdessen wird an der Wall Street die Diskussion lauter, ob Tim Cook der richtige CEO für Apple ist.

Eine Ära geht zu Ende. Wenn Apple heute Abend um 22.30 Uhr deutscher Zeit seine neuste Quartalsbilanz verkündet, wird nach einem Jahrzehnt des Hyperwachstums wieder ein geringeres Gewinnplus als im Vorjahr in der Bilanz ausgewiesen werden – ein vor Monaten noch undenkbares Szenario.

Doch was ist bei Apple heute noch undenkbar? Es gibt weltweit wohl keinen Analysten oder Börsenexperten, der vor sieben Monaten, als Apple noch bei Kursen um 705 Dollar auf Allzeithochs notierte, einen Einbruch bis unter 400 Dollar vorgesagt hätte – und das in einem insgesamt steigenden Markt. Nach drei Jahren steiler Kursanstiege sind Anteilsscheine von Apple kollabiert wie eine Internetaktie im Jahr 2000 und haben dabei 300 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet – mehr als Google überhaupt wert ist.   

Abgetauchter Apple-CEO: Tim Cook zog es vor zu schweigen

Die Gründe für den drastischen Einbruch sind so zahlreich wie hausgemacht: Apple konnte beim Launch des iPhone 5 die hohen Markterwartungen der Wall Street nicht erfüllen, die Konkurrenz in Form von Samsung zog stückzahlenmäßig an Apple vorbei, während Apple-CEO Tim Cook seit 2013 bislang erstaunlich passiv blieb. Keine neuen Produkte wurden verkündet, keine Gegenwehr gegen die ständig neuen Gerüchte aus der Blogosphäre gezeigt – Tim Cook zog es vor zu schweigen.

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Das könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Nachdem vor Wochen mit Rocco Pendola der erste Finanzjournalist die Diskussion angestoßen hatte, ob Tim Cook noch der richtige CEO für Apple ist, hat sich die Debatte einen Tag vor Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz verselbstständigt.

Sucht der Aufsichtsrat bereits nach einem Nachfolger?

Is Apple’s Tim Cook cooked?“, „ist Tim Cook zerkocht?“  twitterte der renommierte Hedegfondsmanager Doug Kass am Sonntagabend unter Verweis auf seinen „Gnom hoch über den Schweizer Alpen“ – eine klare Anspielung auf Informationen aus Branchenkreisen.

Forbes Magazine machte in seiner Online-Ausgabe wenig später mit derselben Geschichte unter Verweis auf andere Quellen auf. Der Aufsichtsrat von Apple hätte bereits mit der Suche nach einem Nachfolger begonnen, zitiert das renommierte US-Wirtschaftsmagazin unternehmensnahe Kreise und Großaktionäre, die wenig überraschend mit der Performance von Cook unzufrieden sind. Für Rocco Pendola von TheStreet.com ist die Ablösung von Cook – den er als „B-Spieler“ abkanzelt – bereits beschlossene Sache. In die Nachfolgediskussion schickt Pendola die Twitter-Gründer Jack Dorsey und Dick Costelo.

Wall Street rechnet mit Gewinneinbruch von 18 Prozent

Für Tim Cook geht es also heute nach Handelsschluss um Alles. Dabei ist sich die Wall Street sicher, dass das Zahlenwerk kaum für Begeisterung sorgen dürfte. Einen Gewinn je Aktie von 10,04 Dollar erwarten die befragten Analysten nach 12,30 Dollar im Vorjahreszeitraum – ein saftiger Gewinnrückgang von 18 Prozent. Mit insgesamt 37 Millionen verkauften iPhones, 18 Millionen abgesetzten iPads und 4 Millionen Macs bzw. 6 Millionen iPods rechnet die Wall Street im März-Quartal.

Wichtiger jedoch dürfte der Ausblick auf das laufende Geschäft werden, denn das scheint nach jüngsten Gerüchten so richtig nach unten wegzubrechen. Fast täglich korrigierten Analysten zuletzt ihre Erwartungen für das Juni-Quartal nach unten. Erneut, so der Wall Street Konsens, dürfte Apple weniger als im Vorjahr verdienen. Für Tim Cook geht es darum, wie er Aktionären diese mutmaßlich erneut schlechten Nachrichten erklärt – bzw. ob Analysten und Anleger die Erläuterungen im Conference Call überhaupt noch erreichen.

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