Steuer-Affäre: Hoeneß will Medien verklagen

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß steht derzeit im Brennpunkt des Medieninteresses. Nachdem der Focus aufgedeckte, dass Hoeneß sich wegen eines Schweizer Kontos selbst angezeigt hat, ist die Steuer-Affäre des Fußball Managers Topthema in den Medien. Im Münchner Merkur kündigt Hoeneß an, sich gegen "Exzesse in Berichterstattungen" anwaltschaftlich zur Wehr zu setzen. Für eine Münchner Zeitung werde es "richtig teuer". Der FC Bayern hat unterdessen Fragen zum Steuer-Skandal verboten.

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Welche Münchner Zeitung er meint, ließ Hoeneß im Merkur offen. Zahlreiche Medien hatten über die Selbstanzeige des FC-Bayern-Präsidenten in Sachen Schweizer Konto berichtet. Die Münchner Abendzeitung spekulierte zum Beispiel über die Höhe des Vermögens, das Hoeneß in der Schweiz liegen hat. Eine Quelle in der bayerischen Staatsregierung spreche von "mehreren hundert Millionen Euro", so die AZ. Hoeneß dementierte dies umgehend in der Abendzeitung mit den Worten: "Ihre Quelle liegt falsch."
Immer wieder wird auch auf einen stern-Bericht vom 16. Januar verwiesen, in dem es um einen namentlich nicht genannten "Spitzenvertreter der Bundesliga" ging, der 600 Mio. Franken in der Schweiz "gebunkert" habe. Wer der im stern erwähnte "Spitzenvertreter der Bundesliga" ist, ist bis dato unklar.
Außer der nebulösen Klage-Androhung äußerte sich der Bayern-Boss bisher nicht zur Sache, da er sich in einem schwebenden Verfahren befinde. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte Hoeneß: "Sie können sich vorstellen, dass mir vieles auf der Zunge liegt, aber ich muss erst mit den Behörden meine Hausaufgaben machen." Der Merkur bezeichnet Hoeneß während des Gesprächs mit der Redaktion als "freundlich, gefasst, aber auch sehr bestimmt". Das kann man gerne glauben.
Bei der Pressekonferenz des FC Bayern zum Champions-League Halbfinal-Spiel morgen in München gegen Barcelona wurde es Reportern verboten, Fragen zu den Steuer-Problemen des Vereinspräsidenten zu stellen. Ansonsten würde die Pressekonferenz abgebrochen, hieß es. Hoeneß werde am Dienstag selbstverständlich im Stadion sein.
Und auch der Deutsche Journalisten Verband meldete sich in der Sache zu Wort. Es sei unangemessen, dass Hoeneß mit Schadensersatzklagen gegen kritische Medien drohe, sagte der DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Andererseits müssten sich Journalistinnen und Journalisten vor Vorverurteilungen hüten: Es wäre nicht das erste Mal, dass Indiskretionen aus laufenden Ermittlungen von einer Staatsanwaltschaft an die Medien durchgestochen werden.“, so Konken. Zu fairer Berichterstattung gehöre, dass auch die andere Seite gehört werde.

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