„DSDS“: muss Bohlen bald kürzer treten?

Erste Misstöne nach zehn Jahren reinster Harmonie: Bei RTL galt bislang die Regel, dass man jede Sendung mit Dieter Bohlen kritisieren könne, aber nicht den Pop-Titan. Doch die Zeiten der Stille sind vorbei. Erst kündigte Unterhaltungschef Tom Sänger via Spiegel eine ernsthafte „DSDS“-Analyse an und jetzt sagt Produzentin Ute Biernat im Express, dass sie die Gefahr eines Bohlen-Overkills sehe. Er sei „44 Samstage von 52 im Jahr on air. Da muss man aufpassen, wie man das frisch hält – und ob man es nicht zurückfährt“.

Anzeige

Zur Verteidigung des Produzenten sagte sie allerdings auch, dass er „unsere Formate 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“ lebe. „Er versucht immer die gleiche ehrliche und deutliche Linie zu behalten, die er von Anfang an hatte. Und ehrlich ist nicht immer gemütlich.“

Für das Bohlen-Hausorgan, die Bild, ist die Lesart des Interviews allerdings jetzt schon klar. „Ist Bohlens Dauerpräsenz schuld am Quotentief?“, titelt Bild.de schon einmal. Die Antwort, auf diese rhetorische Frage, kann nach den Biernat-Aussagen nur mit „ja“ beantwortet werden. Tatsächlich leidet „Deutschland sucht den Superstar“ seit Jahren unter einem kräftigen Quotenrückgang.

Mit ihren Aussagen liegt die Chefin von Grundy Light Entertainment ganz auf einer Linie mit dem RTL-Unterhaltungschef. Gegenüber dem Spiegel hatte er erklärt, dass man weitreichende Änderungen am Format plane. Sei das angesichts der Lizenzvorgaben nicht möglich, erwäge man auch den Austausch durch eine neue Castingshow.

"Aufgrund des Lebenszyklus des Formates reicht es nach zehn Jahren nicht mehr, an kleinen Rädchen zu drehen", so Sänger gegenüber dem Spiegel. "Wir müssen drastischer sein, am großen Rad drehen." Derzeit führe man Gespräch mit allen Partnern und plane für die kommenden Monate eine Entwicklungsoffensive. Man werde so viel investieren in Sendungen wie lange nicht.

Die Produzentin plädiert nun dafür „DSDS“ und die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen nicht komplett aufzugeben. „Wann wird es den Leuten zu viel?“, fragt sie in dem Gespräch. Ihre Antwort: „Ich würde ungern komplett aufhören, aber vielleicht kürzer erzählen.“

Eine alternative weitere Alternative wäre es den Fokus weniger auf Pop und mehr auf das neue Boom-Segment des Schlagers zu richten. Laut Bild wünscht sich Bohlen bereits eine neue Jury mit Helene Fischer und Andrea Berg. Allerdings ist unklar, in wieweit die Schlagerstars mit der RTL-Zielgruppe vereinbar sind.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige