AGOF: SpOn schließt zu Bild.de auf

Der Kampf um die Spitze des AGOF-Rankings der Nachrichten-Angebote ist so spannend wie lang nicht mehr: Dank eines etwas geringeren Verlustes gegenüber dem drei Tage längeren Januar verkürzte Spiegel Online seinen Rückstand auf Bild.de weiter - auf den mit 360.000 Unique Usern geringsten Wert seit 2009. Theoretisch könnte Spiegel Online womöglich sogar schon die Nummer 1 sein - wenn man sein Karriere-Ressort nicht zu manager magazin online zählen würde, sondern zu Spiegel Online.

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Den Trick wendet Spiegel Online seit geraumer Zeit an, um das manager magazin erfolgreicher aussehen zu lassen als es in Wirklichkeit ist. 2,09 Mio. Unique User erreichte die Wirtschafts-Website im Februar. Allerdings: 1,46 Mio. Nutzer besuchten das Karriere-Ressort von Spiegel Online. Zwar lässt sich diese Zahl nicht einfach so von den 2,09 Mio. abziehen um auf das eigentliche manager-magazin-Ergebnis zu kommen, doch die mm-Homepage besuchten beispielsweise nur 140.000 Unique User, das Unternehmens-Ressort 390.000.

Der Trick wird nun zum Nachteil von Spiegel Online, denn mit den 1,46 Mio. Unique Usern könnte SpOn Bild.de noch näher rücken oder das Boulevard-Angebot sogar überholen. Zur Einordnung muss ebenfalls noch gesagt werden, dass seit Oktober nur noch die Besucher der normalen Websites von der AGOF gewertet werden, nicht mehr die der mobilen Websites oder Apps – dort ist Bild.de wesentlich erfolgreicher als Spiegel Online.

Bild.de und Spiegel Online haben im Übrigen wie insgesamt 43 Top-50-Nachrichten-Angebote im Februar Nutzer eingebüßt. Ein Minus von weniger als 10% ist angesichts des drei Tage längeren Januars verkraftbar. Wesentlich deutlicher ging es für news.de nach unten, das um 28,9% nach unten stürzte. Mehr als 20% ging Abendblatt.de abhanden, mehr als 15% zudem taz.de, der Berliner Morgenpost und der Augsburger Allgemeinen.

Zwei Angebote konnten ihre Januar-Zahlen hingegen sogar ausbauen: tagesspiegel.de verbesserte sich um 1,3%, die Frankfurter Rundschau um 2,1%. Der tagesspiegel gewann u.a. im Sport hinzu, für die Frankfurter Rundschau liegen leider keine Einzeldaten vor.

Weitere fünf Gewinner gibt es auf den Rängen 26 bis 50: die WirtschaftsWoche verbesserte sich um 2,3%, die Mitteldeutsche Zeitung um 16,3%, NWZ-Online um 4,0%, der Berliner Kurier um 6,8% und die Rhein-Zeitung um 1,0%. Die großen Verlierer sind hier die BZ aus Berlin und die Berliner Zeitung, deren Zahlen um 23,7% und 33,9% nach unten rauschten. Während der tagesspiegel also gewann, gehört die lokale Konkurrenz Morgenpost, B.Z. und Berliner Zeitung geschlossen zu den großen Verlierern.

Der Grund für das 33,9%-Minus bei der Berliner Zeitung dürfte AOL heißen. Hatte das immer noch von 2,34 Mio. Leuten genutzte Portal der Zeitung in den Monaten Dezember und Januar noch zu einem Traffic-Boom verholfen, weil man die Berliner Zeitung prominent und zahlreich verlinkte, sind diese Verweise dort nun nicht mehr so populär vorhanden. Profiteure des AOL-Traffics dürften aktuell vor allem Bild.de, Süddeutsche.de, Sport1 und Gala.de sein.

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