Rekordmonat in der Online-News-Branche

Publishing Spektakuläre Zahlen für die deutschen Nachrichten-Websites. Der Januar war für die Branche ein extrem erfolgreicher Monat, zahlreiche Anbieter stellten laut IVW neue Visits-Rekorde auf, verbesserten die alten Bestwerte zum Teil enorm. Allein sechs der Top-Ten-Angebote steigerten sich auf neue Alltime-Rekorde: Bild.de, Spiegel Online, Focus Online, Süddeutsche.de, Zeit Online und das Handelsblatt. Die Wirtschafts-Websites scheinen ohnehin allmählich vom Aus der FTD zu profitieren.

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Um 30,1% steigerte sich das Handelsblatt im Januar, um sogar 46,8% das manager magazin, zu dem allerdings auch das Karriere-Ressort von Spiegel Online hinzu gezählt wird. 29,6% über dem Dezember liegt die Wirtschaftswoche und selbst das kleinere capital.de steigerte sich um 36,2% auf allerdings noch sehr ausbaufähige 517.239 redaktionelle Inlands-Visits. Im ersten kompletten Monat nach dem Aus der  Financial Times Deutschland steigerten sich die wirtschaftsjournalistischen Angebote also deutlich. Ein Zufall? Wohl kaum.

Doch zurück zur Tabellenspitze und zu den neuen Rekorden. Wie gut der Januar für die Online-Nachrichten-Branche lief, zeigen schon allein die Daten der Top 2: Bild.de steigerte seinen bisherigen Alltime-Rekord aus dem Oktober um rund 20 Mio. redaktionelle Visits, durchbrach erstmals die 200-Mio.-Marke in dieser Wertung – und das auf gleich 219,6 Mio. Spiegel Online verbesserte seinen Rekord aus dem November um mehr als 11 Mio. auf 165,0 Mio. Insgesamt steigerten sich die von MEEDIA als Nachrichten-Websites klassifizierten etwa 220 Angebote auf 853,5 Mio. redaktionelle  Inlands-Visits und damit erstmals auf mehr als 800 Mio.

Da sich nahezu alle Wettbewerber gegenüber dem Dezember steigerten – Ausnahmen gibt es in der Top 50 keine, die erste erst auf Rang 54 mit news.de, das 13,0% einbüßte, ist der Blick auf unsere Marktanteile wertvoller denn je. Hier zeigt sich nämlich anschaulich, welche Websites sich besser als der Markt entwickelt haben – und welche schlechter. Da die Gesamt-Branche gegenüber dem Dezember 17,9% zulegte, können ich vor allem die Anbieter, die noch deutlicher hinzu gewannen, als Aufsteiger feiern. Trotz neuer Rekorde für Bild.de und Spiegel Online gehört das Spitzen-Duo nicht zu den Marktanteilsgewinnern, das Plus gegenüber dem Dezember liegt eben nur bei 15,2% und 16,2%.

Deutlicher steigern konnte sich hingegen Focus Online, das 0,15 Marktanteilspunkte gut machte. Noch deutliche Gewinne in dieser Wertung fuhr Süddeutsche.de ein, das dank eines Visits-Zuwachses von 27,3% seinen Marktanteil um 0,32 Zähler anhob – so stark wie niemand sonst. Deutlich zulegen konnten zudem stern.de, Zeit Online, manager magazin und Handelsblatt, Marktanteile verloren haben außer Bild und SpOn vor allem Die Welt, FAZ.net, n-tv.de und RP Online.

Auf den Rängen 26 bis 50 gibt es nur drei kleine Marktanteils-Verlierer: die Badische Zeitung, OVB24 und shz.de – sie alle schrumpften um 0,01 Punkte. Am deutlichsten nach oben ging es hingegen für die Rhein Main Presse, die sich oberflächlich betrachtet um mehr als 3.000% steigerte. Der Grund: Seit Januar zählen zu dem Angebot auch die bis dahin getrennt ausgewiesenen Websites von Allgemeine Zeitung Mainz, Main-Spitze, Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt. Aus diversen kleinen wurde so ein gemeinsames Top-50-Angebot.

Ohne solche Maßnahmen besonders viele Marktanteile gewonnen haben in dieser zweiten Hälfte der Top 50 vor allem die Berliner Zeitung und die Hannoversche Allgemeine Zeitung.

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