Anzeige

Das Valley lacht über Berliner Startup-Hype

Ist Berlin das nächste Silicon Valley? Das Technologie-Blog TechCrunch hat da so seine Zweifel. Dort hat man sich mit dem Hype um die deutsche Hauptstadt beschäftigt und stellt fest: Es fehlen konkrete Ergebnisse in Form von Exits oder Börsengängen. Mittlerweile gibt es sogar schon Tumblr-Blogs, die sich über den Startup-Hype rund um Berlin gepflegt lustig machen. "When You live in Berlin" und "When You really live in Berlin" ziehen typische Berlin-Klischees von St. Oberholz bis zum Wetter durch den Kakao.

Anzeige
Anzeige

Aber zunächst zur echten Kritik: Die letzten bekannten Deals aus der Berliner Startup-Szene seien alle abgeschlossen worden, ohne dass über ihre Höhe etwas bekannt geworden sei, betont TechCrunch. Das gelte sowohl für den Verkauf von Aupeo an Panasonic Automotive, als auch für den Kauf von TunedIn durch Axel Springer.
Im Gegensatz dazu gäbe es aus London zählbares zu vermelden: 30 Millionen Dollar für Summy durch Yahoo, ein 100 Millionen Exit bei Mendeley. Und: Cisco habe für Ubiquisys sogar 310 Millionen Dollar ausgegeben.
Doch Verkauf ist nicht alles. Einige Unternehmen versuchen, dauerhaft selbst zu bestehen, weiß auch TechCrunch-Autor Mike Butcher. In der Berliner Szene gelte dies offenbar für Soundcloud und Wooga. Doch bei beiden stünden die Zeichen nicht auf Börsengang.
Die Aktivitäten der Samwer-Brüder (u.a. Zalando), lässt der TechCrunch-Autor nicht gelten. Hier würden "Wellen von MBAs in die Schlacht geschickt, um das jüngste Ding aus dem Valley für einen schnellen Exit zu klonen." Klar könne man auch E-Commerce-Deals einbeziehen, in denen ein US-Unternehmen eine deutsche Konkurrenz kauft, allerdings würde nach strengen Kriterien zwischen Technologie- und E-Commerce-Unternehmen unterschieden und gerade bei ersteren stünde Berlin schlechter da, als der Hype es wirken lässt.
Weder ein großer Exit, noch ein großer Börsengang sind in Berlin laut TechCrunch derzeit in Sicht. Bis dahin sei die Stadt eher gehypt. Bis sich Berlin vielleicht doch noch zur ecten Silicon-Valley-Konkurrenz mausert, empfiehlt TechCrunch die satirische Kommentierung der Tumblr-Blogs WhenYouReallyLiveInBerlin und WhenYouLiveInBerlin zur Startup-Szene. Die beiden Blogs machen sich mit animierten Bildchen über die typischen Berlin Klischees lustig: vom St. Oberholz über das Betahaus bis hin zu Sex-Parties und dem kalten Wetter … Immerhin für einen Lacher sind die Deutschen im Silicon Valley gut.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*