Verkäufe brechen ein: Ende der PC-Ära naht

So sehr wie nie in 20 Jahren brachen die PC-Verkäufe nach Erhebungen des Marktforschers IDC im abgelaufenen ersten Quartal ein. Um 14 Prozent ging es zwischen Anfang Januar und Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach unten – das ist der größte Einbruch seit Einführung des Branchenbarometers im Jahr 1994. IDC selbst hatte nur mit einem Rückgang von knapp acht Prozent gerechnet. Als Hauptgrund gilt der beschleunigte Nutzer-Wechsel vom PC zum Tablet.

Anzeige

So sehr wie nie in 20 Jahren brachen die PC-Verkäufe nach Erhebungen des Marktforschers IDC im abgelaufenen ersten Quartal ein. Um 14 Prozent ging es zwischen Anfang Januar und Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach unten – das ist der größte Einbruch seit Einführung des Branchenbarometers im Jahr 1994. IDC selbst hatte nur mit einem Rückgang von knapp acht Prozent gerechnet. Als Hauptgrund gilt der beschleunigte Nutzer-Wechsel vom PC zum Tablet.

Plötzlich war die Zukunft da. Steve Jobs formulierte sie Ende Januar 2010 so: "Alle drängen auf den Tablet-Markt, Tablets werden als der nächste PC gehandelt", erklärte der Apple-Gründer in seiner Keynote zur Einführung des ersten iPads vor mehr als drei Jahren. Seitdem ist eine Menge Zeit vergangen.

Im ersten Quartal 2010 wuchs der Computermarkt noch rasant. Insgesamt satte 24,6 Prozent höhere Absätze konnten die führenden PC-Hersteller HP, Acer, Dell, Lenovo und Toshiba verkünden – dann kam Apple mit seinem iPad, das tatsächlich alles verändern sollte.

– 14 Prozent: Schwerster Einbruch seit Beginn des Quarterly PC Trackers

Sprung um drei Jahre in die Gegenwart. Gestern Abend veröffentlichte der Marktforscher IDC erneut seine neueste Erhebung zu den Computer-Absätzen der IT-Industrie. Niederschmetterndes Ergebnis: PC-Hersteller hatten den größten Einbruch seit Einführung des Branchenbarometers Quarterly PC Tracker zu verzeichnen.

Um 14 Prozent ging es im Vergleich zum Vorjahr nach unten – so drastisch wie noch nie binnen eines Quartals. Tatsächlich ist die Computerindustrie mit nunmehr 76,3 Millionen verkauften PCs damit unter das Niveau von vor drei Jahren zurückgefallen.

Boomender Tablet-Markt frisst Absätze PC-Hersteller

Auslöser der Schwindsucht ist vor allem der boomende Tablet-Markt, der nach Branchenschätzungen 2013 erstmals am Laptop-Segment vorbeiziehen soll. Je nach Marktforschungsinstitut liegen die Prognosen zwischen 150 und 250 Millionen verkauften Geräten. Ob Tablets PCs und Laptop in den Anwendungsmöglichkeiten tatsächlich den Rang ablaufen, sei dahingestellt – der Boom ist indes ungebrochen.

Den Preis dafür zahlen klassische PC-Anbieter, die keine Antworten auf das iPad und Android-Tablets gefunden haben. HP führt die PC-Verkaufscharts im ersten Quartal 2013 weiter an, hat jedoch mit Umsatzeinbußen von 24 Prozent zu kämpfen, während Acer sogar mehr als 31 Prozent verlor.

Windows 8 floppt – und zieht PC-Branche nach unten

Besonders betroffen waren also PC-Anbieter, die auf Windows setzen – und das, obwohl Microsoft gerade erst mit Windows 8 ein neues Betriebssystem vorgestellt hatte. "Es sieht so aus, als ob der Windows 8-Launch der PC-Branche nicht nur keinen Schub verliehen, sondern den Markt gar verlangsamt hat", zieht IDC ein für Microsoft ernüchterndes Fazit.

Aktien des nach Apple zweitwertvollsten Tech-Konzerns gaben daraufhin im nachbörslichen Handel um zwei Prozent nach. Doch auch Apple muss Federn lassen: Die von IDC nur in den USA ausgewiesenen Mac-Verkäufe gingen gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent zurück, obwohl der neue iMac gerade erst ausgeliefert wurde.

Auch Apple leidet

Noch mehr vermeintlich schlechte Nachrichten für Apple kamen bereits im Morgengrauen, als der Zulieferer Foxconn seine Quartalsergebnisse verkündete und dabei einen Umsatzeinbruch durch schwächere iPhone- und iPad-Absätze um 19 Prozent eingestehen musste.

Bei Kursen nahe der Jahrestiefs rechnen Apple-Aktionäre allerdings offenkundig auch längst mit eben diesen Rückgängen. Im Jahresvergleich liegt die Apple-Aktie unterdessen auch schon um bemerkenswerte 32 Prozent hinten. Der trotzdem noch wertvollste Konzern der Welt verkündet sein Zahlenwerk am Dienstag übernächster Woche nach Handelsschluss.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige