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„Seit meinem Antritt ist Gala lauter geworden“

Viel Lärm, kaum Ertrag? Seitdem Christian Krug die Gala von Peter Lewandowski übernahm, sind ihre Geschichten wieder fester Bestandteil der deutschen Boulevard-Berichterstattung. Ob Bild oder RTL Exklusiv: Stories wie die Hollywood-Pläne von Veronica Ferres, die zweite Chance, die Sylvie van der Vaart angeblich bereit war, Rafael zu geben oder die Alkoholbeichte von Jenny Elvers sorgten für viel Aufmerksamkeit - aber kein Auflagenplus. Das soll sich spätestens Mitte April mit einem Facelift ändern.

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Beim einem Vergleich der Verkäufe der ersten zehn Ausgaben, die 2013 an den Kiosk kamen, zeigt sich, dass die Gala im Durchschnitt ein Minus von 2,9 Prozent in der Gesamtauflage und 4,2 Prozent im Einzelverkauf einfuhr. Allerdings konnte Chefredakteur Christian Krug die Auflagentalfahrt des G+J-Titels abbremsen. In einem zweiten Schritt steht jetzt die Stabilisierung der Auflage auf der Verlagsagenda.

Tatsächlich scheint die neue starke Frau am Baumwall, Julia Jäkel, höchst zufrieden mit der Frauen- und Klatsch-Zeitung zu sein. Auf der Bilanz-PK vergangene Woche lobte sie ausdrücklich das neue Team um Christian Krug. Seit dem Wechsel auf dem Chefposten hätten die Hamburger wieder die wichtigen Promi-Themen in Deutschland gesetzt. "Genau das erwarte ich auch von einem People-Magazin. Die neue Gala ist aufregender und unterhaltsamer geworden", so Jäkel. Das soll aber erst der Anfang sein. Wie Chefredakteur Christian Krug im MEEDIA-Interview verrät, steht schon bald ein Relaunch an.

Wie würden Sie Ihr neues Konzept für die Gala beschreiben?
Gala ist und bleibt das Premium People- und Lifestyle-Magazin mit internationaler und nationaler Ausrichtung. Daran gibt es nichts zu rütteln. Seit meinem Antritt als Chefredakteur ist Gala lauter geworden, das ist richtig – und Exklusivität spielt eine sehr viel größere Rolle bei den Geschichten, die wir heute machen.

Ob Sylvie van der Vaart, die Ferres oder Jenny Elvers: Die Gala wurde im ersten Quartal dieses Jahres so häufig wie selten zuvor in anderen Medien zitiert. Trotzdem lässt sich kein Plus bei der Auflage feststellen. Ist für Sie Aufmerksamkeit wichtiger als verkaufte Hefte?
Das freut mich, dass Sie das feststellen. Und auch, dass die Kollegen anderer Blätter der Gala so großes Vertrauen schenken, dass sie nun wesentlich häufiger zitiert wird. Wir haben in den vergangenen Monaten definitiv die Themen im People-Segment gesetzt. Natürlich wollen wir Aufmerksamkeit erregen, das ist doch das A und O, um am Kiosk erfolgreich zu sein. Erste Erfolge in die richtige Richtung machen sich jetzt auch bei den Zahlen bemerkbar. Im ersten Quartal liegen wir im Plus gegenüber dem Vorjahr. Darüber sind wir sehr froh.

Für die Exklusivrechte an der Alkoholbeichte von Jenny Elvers soll die Gala 100.000 Euro gezahlt haben. Lohnte sich die Investition?
Nur weil ein Mitbewerber, der nicht zum Zuge gekommen ist, diese horrende Summe in Umlauf bringt, ist sie deshalb noch lange nicht wahr. Ich finde es auch erstaunlich, dass Sie als Mediendienst die Zahl zum wiederholten Mal übernehmen, obwohl ich sie Ihnen gegenüber schon dementiert habe. Es belustigt mich natürlich, gerade von diesem Mitbewerber zu viel Nähe zu den Prominenten vorgeworfen zu bekommen. Und hinterher übernimmt genau dieser Chefredakteur die Elvers-Zitate aus meinem Heft, um seines besser zu machen.

Inwieweit sind Sie bereit, mit Stars zu kooperieren? Liest man die Editorials, hat man immer das Gefühl, wie toll und schön doch die Welt der Reichen und Schönen ist. Ist dies das Grundgefühl, das die Gala transportieren will?
Ich weiß zwar nicht, welches sie jetzt meinen, aber eines steht fest: Das hat nichts mit Kooperationen zu tun, sondern mit der Grundhaltung von Gala – wir wollen niemanden bloßstellen. Ohne Häme setzt Gala auf eine intime, aber respektvolle Nähe zu den Stars und erzählt einfühlsame Geschichten.

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Ich habe mit großem Interesse das Willi-Winkler-Stück über zu Guttenberg gelesen. Nun bin ich allerdings ein Mann und so gar nicht die Zielgruppe. Sehen Sie auch die Gefahr, dass die neue Gala zu männlich wird?
Da haben sie keine so neue Erfahrung gemacht. Wir wissen, dass Männer gern die Gala ihrer Frauen mitlesen. Wenn wir weitere Männer für das Magazin begeistern können: Prima. Ich probiere hier tatsächlich ein paar neue Geschichten aus. Aber unsere Hauptleserschaft wird doch weiterhin weiblich bleiben.  

Lohnt der Aufwand überhaupt? Es ist doch sicherlich viel teurer, eine Geschichte selbst zu recherchieren, als einfach – wie bisher – eine Story über einen US-Promi zu machen?
Gala hat klare qualitative Maßstäbe bei der Recherche und Umsetzung von Geschichten. Wir haben Mitarbeiter in den USA, England, Frankreich und Italien. Wer leistet sich denn dieses Netzwerk noch? Den Vorwurf, diese Geschichten seien nicht recherchiert, kann ich deshalb nicht stehen lassen. Jede Story wird mit einem hohen journalistischen Anspruch recherchiert – für uns ist es irrelevant, ob es sich dabei um nationale oder internationale Themen handelt. Die Story muss einen Blick hinter die Kulissen gewähren und die Leser mitreißen und bewegen.

Wie stark setzt die schnelle und härtere Online-Berichterstattung die Gala unter Druck?
Alle Medienkanäle verfügen über ihre individuellen Stärken, die wir ja auch bei Gala nutzen – als 360-Grad-Marke aufgestellt erreichen wir unsere Leser und User rund um die Uhr: über das Printmagazin, online und über mobile Devices. Print kann große Momente besser inszenieren, hat mehr Wucht in der Kommunikation, Online hat die Geschwindigkeit auf seiner Seite. Das ergänzt sich bei uns optimal.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Online-Job, den die Gala macht? In Sachen Relevanz scheinen die Web-Kollegen doch noch weit hinter der Print-Ausgabe zurück?
Gala.de verfolgt eine komplett andere Strategie als das Heft. Chefredakteur Gregor Poniewasz setzt mit der Webseite auf News und Schnelligkeit – Print und Online konkurrieren hier nicht, sondern ergänzen sich gegenseitig. Im Übrigen sind wir mit der Entwicklung von Gala digital sehr zufrieden. Gala.de erzielt momentan die besten Zahlen aller Zeiten – wir sind fest im Millionenclub der Unique User angekommen. Von einer geringen Relevanz kann also gar keine Rede sein.

Was ist Ihr Ziel? Wo soll die neue Gala hin?
Um es vorweg zu nehmen: Zunächst haben wir das Erscheinungsbild von Gala optimiert. Ab Mitte April kommt Gala in einem neuen Look daher. Ich will hier bewusst nicht von Relaunch sprechen, denn das ist es nicht. Gala wirkt dann moderner, eleganter, wertiger – und auch aufgeräumter. Zudem erscheint das Magazin in einem neuen, kompakteren Format, büßt aber nichts an seiner Opulenz ein. Lassen Sie sich überraschen, Gala wird auf jeden Fall noch mehr Fahrt aufnehmen, das verspreche ich.

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