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Bestürzung über das Ende der dapd

Rund ein halbes Jahr nach dem ersten Insolvenzantrag und der zwischenzeitlichen – vermeintlichen – Rettung, gehen bei der dapd die Lichter aus. Insolvenzverwalterin Petra Hilgers verkündete am Donnerstag im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung dass der Betrieb eingestellt wird. Die 175 verbliebenen fest angestellten Mitarbeiter erhalten noch für den April Insolvenzgeld. Der Deutsche Journalisten Verband zeigte sich bestürzt und sprach von einem Schaden für die Medienvielfalt.

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Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken nannte in einer Stellungnahme das Ende der dapd eine "Katastrophe für die Mitarbeiter". Er machte auch den früheren Investoren schwere Vorwürfe: „Den Herren Löw, Vorderwülbecke und Ende haben die Kolleginnen und Kollegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze und Aufträge zu verdanken. Anstelle von unternehmerischer Kompetenz haben die ehemaligen Eigentümer einen Kamikaze-Kurs gesteuert, der schließlich zum Totalschaden geführt hat.“ Konken rief andere Nachrichtenagenturen dazu auf, Beschäftigungsmöglichkeiten für die dapd-Kollegen zu prüfen. Sie hätten eine zweite Chance verdient.
Kurz zuvor machten noch Gerüchte die Runde, die russische Agentur RIA Novosti würde möglicherweise einsteigen. Aber auch diese allerletzte Hoffnung wurde wieder einmal enttäuscht. In einer Mitteilung zum Aus der dapd hieß es:  "Nachdem zuvor bereits mehrere Verhandlungspartner abgesprungen waren, hat auch die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti als letzter aussichtsreicher Gesprächspartner am 09.04.2013 die Gespräche abgebrochen."
Am Donnerstag um 17 Uhr nun wird die Belieferung von Kunden der dapd eingestellt. Es ist der Endpunkt eines langen Leidensweges. Anfang März erst hatte die Anwältin Petra Hilgers den Job als Insolvenzverwalterin übernommen. Überraschend hatte die Agentur zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen. Damals sah es schon nach dem Aus für die dapd aus, was dann noch einmal abgewendet werden konnte. Aber es war letztlich nur ein zeitlicher Aufschub. Kurz nach dem Bekanntwerden der zweiten Pleite musste die Agentur den wichtigen Fremdsprachendienst dichtmachen.

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