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Tagesschau: Spiegel-Krise als Staatsaffäre

MEEDIA und all die anderen Mediendienste haben staatstragende Konkurrenz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bekommen: Am gestrigen Dienstag berichtete die “Tagesschau” in ihrer Hauptausgabe um 20 Uhr minutenlang mit einem Filmbeitrag über die aktuelle Führungskrise beim Spiegel. Verlags-Mitarbeiter wurden vor dem Spiegel-Gebäude abgepasst, Expertenstimmen zum "Kulturkampf" wurden eingeholt und eine Pressemitteilung ausführlich schriftlich zitiert.

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MEEDIA und all die anderen Mediendienste haben staatstragende Konkurrenz bekommen: Am gestrigen Dienstag berichtete die “Tagesschau” in ihrer Hauptausgabe um 20 Uhr minutenlang mit einem Filmbeitrag über die aktuelle Führungskrise beim Spiegel (ab der zwölften Minute). Verlags-Mitarbeiter wurden vor dem Spiegel-Gebäude abgepasst, Expertenstimmen zum "Kulturkampf" eingeholt und eine Pressemitteilung ausführlich schriftlich zitiert. 

Mitarbeiter wurden vor dem Eingang des Verlagsgebäudes abgepasst und sagten ihr “Kein Kommentar”. Vom Verlag gebe es “nur Schriftliches”, erläuterte der Sprecher bedeutungsschwanger aus dem Off. Zu einem Website-Foto der beiden abgesägten Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron wurde ein Zitat aus der Verlags-Pressemitteilung eingeblendet – ganz so, als habe die “Tagesschau” dies höchstselbst erfragt.

Medien-Professor Stephan Weichert wurde als Experte befragt und durfte sagen, dass die geschasste Spiegel-Doppelspitze einen “Kulturkampf” vorangetrieben habe. Der frühere Spiegel- und stern-und Capital-Chef Werner Funk konnte sich nicht erinnern, dass der Spiegel in den vergangenen Monaten “in irgendeiner Weise mal tonangebend oder meinungsprägend war.” Und als Beispiel für eine moderne On- Offline-Verzahnung wurde dann Springers Welt mit ihrer löchrigen Metered Paywall herangezogen. Da kann er einem fast schon wieder leidtun, der Spiegel.

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