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DuMont-Digital: „fassungslos und wütend“

Die Belegschaft der DuMont Digitale Redaktion wendet sich mit einem offenen Brief an die Geschäftsführung der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und des Berliner Verlags. Hintergrund ist der Insolvenzantrag, den das Unternehmen am Dienstag gestellt hat. "Dieser Schritt kam für uns überraschend", schreiben die Betroffenen. Man habe ihnen in den vergangenen Monaten immer wieder signalisiert, dass ein Erhalt von Arbeitsplätzen und sozialverträgliche Lösungen für Gekündigte angestrebt würden.

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"Wir, die Belegschaft der DuMont Digitale Redaktion, sind bestürzt und empört darüber, dass die Geschäftsführung für unser Unternehmen das vorläufige Insolvenzverfahren beantragt hat", schreiben die Absender. Man sei bislang davon ausgegangen eine Verlagerung des Betriebs nach Berlin werde angestrebt.
Der Insolvenzantrag für die Digital-Sparte war gestern bekannt geworden. Betroffen sind 23 Mitarbeiter. Die DuMont Digitale Redaktion GmbH war bislang für die Online- und Digital-Angebote von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung zuständig. Wie genau es ab Mai weiter gehen würde, wenn die Belieferung der Frankfurter Rundschau mit digitalen Inhalten ausläuft, war bis zuletzt unbekannt. Der DJV forderte das Unternehmen auf, den Journalisten Klarheit zu verschaffen.
Dass sich die Führung nun für die Insolvenz entschieden habe, sei "nicht nachvollziehbar", betont die Belegschaft in ihrem offenen Brief. Dass Kündigungen ohne Sozialausgleich, Gehalts- und Urlaubseinbußen drohen mache sie "fassungslos und wütend", auch weil die Gesellschafter bei anderen Tochtergesellschaften anders verfahren seien. Die Belegschaft erklärt, dass mit der Frankfurter Rundschau "nur einer von zwei großen Kunden weggebrochen ist und die digitalen Inhalte der Berliner Zeitung weiter produziert werden müssen." 
Die Absender des Offenen Briefs appellieren an die Unternehmensspitze: "Wir fordern, dass Sie sich als großes, traditionsreiches Medienunternehmen Ihrer sozialen Verantwortung stellen und dafür sorgen, dass 23 Festangestellte und eine Vielzahl freier Mitarbeiter nicht von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden." Dazu seien Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan unverzichtbar. 
"In den vergangenen Jahren wurden die digitalen Publikationen sowohl intern als auch öffentlich von Ihnen stets als besonders wichtig und zukunftsträchtig dargestellt. Im Vertrauen auf Sie haben wir auch in den vergangenen fünf Monaten seit der Beantragung des vorläufigen Insolvenzverfahrens durch das Druck- und Verlagshaus Frankfurt stets absolute Loyalität bewiesen", untermauern die Betroffenen ihre Position.

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