Google droht EU-Untersuchung zu Android

Erneutes Ungemach für Google: Die Vereinigung FairSearch, zu der 17 internationale Unternehmen, darunter Microsoft, Nokia, Oracle und Expedia gehören, hat bei der EU Beschwerde eingelegt. Das US-Unternehmen würde seine Stellung auf Smartphones wettbewerbsverzerrend einsetzen: "Google nutzt sein mobiles Bettriebssystem Android als ein 'Trojanisches Pferd' um Partner zu täuschen, ein Monopol auf dem mobilen Mark zu erzeugen und um Nutzerdaten zu kontrollieren", sagt Thomas Vinje von FairSearch.

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Aus diesen Gründen hat FairSearch nun Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt. "Wir fordern die Kommission auf, schnell und entschieden zu handeln, um den Wettbewerb und die Innovationskraft in diesem kritischen Markt zu schützen", so Thomas Vinje. Würde nichts getan, würde dies Google ermutigen, den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung zu wiederholen.
Bereits jetzt seien 70 Prozent der 2012 ausgelieferten Smartphones mit Android bestückt, der mobile Such-Anzeigen-Markt gehöre zu 96 Prozent Google. Zwar stelle Google den Geräte-Herstellern Android frei zur Verfügung, diese seien jedoch gezwungen Google-Dienste vorzuinstallieren und in den Voreinstellungen prominent zu platzieren. Dies benachteilige andere Anbieter.
Die EU untersucht bereits seit längerem die Suchergebnisse von Google. Der Vorwurf: Das Unternehmen würde eigene Produkte bevorzugen. Gegenüber der New York Times wollte EU-Wettbewerbshüter Joaquín Almunia zur neuen Beschwerde keine Stellung nehmen, sagte jedoch, man habe Android bereits von offizieller Seite, unabhängig von der sonstigen Untersuchung, betrachtet.
Die EU-Kommission wird nun aufgrund der Beschwerde entscheiden müssen, ob es die Untersuchungen offiziell als Fall aufnimmt oder die Beschwerde zurückweist. Vergangene Woche wurde bereits bekannt, dass auch an einer anderen Front Google weiterer Ärger in Europa droht: Die Datenschutzbeauftragten aus sechs EU-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, kündigten an, Schritte gegen Google einzuleiten.
Hintergrund sind vor allem Bestimmungen, die es Google erlauben, die Daten verschiedener Dienste zu kombinieren. Die EU hatte untersucht, ob die Datenschutz-Politik des US-Unternehmens mit den EU-Verordnungen zu vereinbaren sei. Die entsprechende Untersuchungsgruppe hatte diesbezüglich klare Bedenken geäußert. Google wurde eine viermonatige Frist für Nachbesserungen eingeräumt, der Suchgigant besserte jedoch nicht entsprechend nach.

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