Die Social-Media-Schlacht der van der Vaarts

Die Beckhams der Bundesliga halten den Boulevard weiter auf Trab: Kaum drei Monate nach der offiziellen Trennung outet sich HSV-Star Rafael van der Vaart als Lover der besten Freundin seiner baldigen Ex-Gattin Sylvie. Während sich das neue Paar via Bild um Deutungshoheit und Normalität bemüht, holt Sylvie van der Vaart über eine Strohfrau auf Facebook zum Gegenschlag aus. Dort muss Hollands Mittelfeldregisseur einen Shitstorm erster Klasse ertragen. Und noch ein Fallstrick des Social Webs: Frühere Twitter-Fotos werden van der Vaart zum Verhängnis.

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Es ist der Stoff, aus dem Seifenopern gemacht sind: Glamour-Paar trennt sich und durchlebt eine schwere Zeit. Beide Helden leiden. Ein Liebescomeback scheint nicht ausgeschlossen, die Klatschpresse wird mit hoffnungsvollen Fotos versorgt. Dann ein schlechtes Signal: Drei Monate nach der Trennung verschwindet der Schriftzug "Sylvie" von den Schuhen des Fußballhelden. Abschied in aller Stille?
Nicht ganz. Eine Woche später die Schlagzeile: "Rafael liebt Sylvies beste Freundin", verbreitet von der Bild-Zeitung, die in Vergangenheit schon als immer als erstes mit dem HSV-Kicker und der beliebten TV-Moderatorin sprach. "HSV-Star Rafael van der Vaart (30) ist nach der Trennung von Sylvie (34) frisch verliebt. In Sabia Boulahrouz (35)! Die beste Freundin von Rafaels Ex-Frau!", hilft Bild.de ab Sonntagnacht weniger gut Informierten auf die Sprünge – die klassische Dreiecksbeziehung ist also perfekt.
Großes Drama, mediale Ekstase, perfekte Inszenierung
 
Die mediale Ekstase am Montagmorgen. Kaum ein Online-Portal, das nicht mit der Sensationsnews aufmachte: Erst spektakuläre Trennung, nun schneller Liebes-Seitenwechsel mit der besten Freundin der Noch-Frau, die schon vorher eine seltsam prominente Rolle im Leben des Promi-Paares spielte. Maßgeblichen Anteil am Medienhype haben die Protagonisten selbst, die mit ihrem ständigem Drang nach Öffentlichkeit ihrem Beziehungs-Aus am Ende wohl selbst die nötige Eigendynamik verpasst haben. 

Wer nun meint, dass die van der Vaarts beim Eintreten in den nächsten Lebensabschnitt nichts gelernt haben, unterschätzt die beiden holländischen Medienprofis. Ist es Zufall, dass bei Bild.de erst ein Foto der perfekt gestylten gehörnten Noch-Ehefrau am Hamburger Flughafen ("17.45 Uhr: Sylvie gestern am Flughafen Hamburg, sie kam aus Paris"), zwei Klicks später aber gleich ein Bild von Rafael und seiner neuen Flamme Sabia im Aufzug ("18.28 Uhr: Rafa gestern mit Sabia vor ihrer Wohnung") auftaucht?
 
Mundgerecht servieren die Protagonisten umgehend die nächsten Häppchen des Promi-Beziehungslebens. Sabia Boulahrouz diktierte Bild.de zum Trennungs-Coup: "Ich denke nicht, dass Sylvie sauer ist. Wir sind ja erst lange nach der Trennung zusammen gekommen. Sie weiß über unsere Beziehung Bescheid." Die langjährige "BFF" ("Best Friend Forever") kommentiert dagegen keine 24 Stunden später gegenüber dem Springer-Portal trocken: "Das ist ihre Entscheidung. Ich wünsche allen das Beste."

Sylvie van der Vaarts News: die Macht der gefütterten Fanpage

Das Social Web erzählt eine andere Geschichte. Die Facebook-Fanpage Sylvie van der Vaart News besitzt immerhin an die 17.000 Fans und wird von einer Frau namens Denise Scheffer betrieben, wie das Hamburger Abendblatt und auch Welt Online berichten. Allerdings wird die mutmaßliche Betreiberin weder namentlich auf der Facebook-Seite noch im Impressum genannt.

"Die Seite wird zwar nicht von der Moderatorin selbst, sondern von Scheffer gemanagt. Die beiden Frauen sind deshalb aber regelmäßig in Kontakt", berichtet Welt Online. Der omninösen Mittelsfrau blieb es dann auch vorbehalten, den Nebenschauplatz im Social Web mit deutlichen Worten zu bestellen. Kostprobe: "Der Bericht über das Verhältnis zwischen Rafael und Frau Boulahrouz ist eine große Heuchelei und absolut verletzend. Dieses Interview entstand ohne Sylvie’s Einverständnis, bzw. wurde sie nicht vorher in Kenntnis darüber gesetzt, dass diese Schlagzeilen heute Morgen auf sie warten würden."

Botschaft durch Leuchtfeuer auf Facebook vermittelt

Scheffer hätte Sylvie van der Vaart "noch am Sonntagabend über die bevorstehende Berichterstattung in der "Bild" informiert, um ihr einen Schock zu ersparen", heißt es bei Welt Online, was wiederum so gar nicht zur Aussage Sabia Boulahrouz’ passt. "Sylvie erfuhr selbst erst vor wenigen Tagen von dieser ‚Affaire‘ und natürlich ist das alles andere als "in Ordnung" für sie", ist auf der Facebook-Seite zu lesen. "Wir sind entsetzt und schockiert über so viel Schlechtigkeit und Skrupellosigkeit der beiden Menschen, für die Sylvie jederzeit durch’s Feuer gegangen wäre."

Wenn auch orthografisch weniger professionell – das Leuchtfeuer auf Facebook dürfte nicht ohne Abstimmung mit Sylvie van der Vaart gezündet worden sein, obschon sie das nun via Bild.de Glauben machen will: "Das ist nicht MEINE Seite und es sind nicht meine Zitate. Es ist die Reflexion meiner Fans. Es sind treue Anhänger, die stets zu mir stehen."

Das Zitat wirkt wohl gesetzt: Der omnipräsente Medienprofi gibt sich nicht Blöße einer Schlammschlacht – sie lässt andere knietief in den Matsch ziehen. Ihre Sympathie bekundet sie dennoch unverhohlen. Die Botschaft ist damit geschickt unterschwellig vermittelt worden.

Rafas frühe Sabia-Twitpics: Schlecht beraten – oder Trennungsvorbereitung?

Und die zeigt im Web-Wirkung. Rafael van Vaart sieht sich bei Facebook einem veritablen Shitstorm ausgesetzt. Fiel die Reaktion nach der Trennung im Januar noch halbwegs verhalten aus, geht es jetzt bei Sylvie van der Vaart News, aber auch auf seiner eigenen Fanpage zur Sache. "Allein der Spruch von Raphael ‚aus Vertrauen wurde Zuneigung’ – bäh ist das ekelig", schreibt ein Nutzer. Eine anderer wird direkter: "Loser!". Oder: "Hätte nie gedacht, dass Sie soweit sinken mit einer karrieregeilen Frau ein Verhältnis anzufangen." Und: "Ab in die Regionalliga mit dir." 

Zum Verhängnis wird dem HSV-Star dabei am Ende dabei der Umgang mit den sozialen Medien. Die beständigen Gute-Laune-Bilder auf dem 140-Zeichen-Dienst – wie etwa das schon legendäre Silvester-Foto mit beiden Frauen im Arm –, das schier unstillbare Verlangen, immer medial präsent zu sein, holt den HSV-Star nun ein, selbst wenn die Bilder nicht von ihm veröffentlicht wurden – zu vertraut wirkt van der Vaart doch im Arm von Sabia Boulahrouz.

Die Story der ziemlich besten Freunde, die van der Vaart und Boulahrouz so angestrengt bis zuletzt verkaufen wollten, dürfte ihnen am Ende nicht mal die Bild-Leser abnehmen. Zuschreiben kann der gefallene HSV-Publikumsliebling des selbst extrem strauchelnden Bundesliga-Dinos das dabei nicht mal gewissenlosen Paparazzis, sondern ausgerechnet dem ziemlichen offenkundigen Selbstdarstellungsdrang seiner neuen Freundin, sich via Twitter mit solchen und solchen Fotos mitzuteilen. Oder war es am Ende doch Teil einer großangelegten Strategie, eine überfällige Trennung nach einem Drehbuch 2.0 vorzubereiten?

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