Die erste Leistungsschutz-Suche ist da

Publishing Wie die Websuche dank Leistungsschutz aussehen könnte führt Leischure vor - die weltweit erste legale Websuche, die das umstrittene Leistungsschutzrecht (LSR) berücksichtigt. Gibt man einen Suchbegriff ein, dann spuckt Leischure zwar Ergebnisse aus, nutzt aber keine Textschnippsel, die die Rechte der Verlage verletzen könnten. Stattdessen steht bei jedem Treffer: “Fundstelle zu ihrer Suche - wir konnten etwas finden”. Das Ganze ist eine witzige Protestaktion des Internet-Aktivisten Alvar Freude.

Werbeanzeige

Freude gehört u.a. zur Online-Demonstrations-Plattform für Bürgerrechte in der digitalen Gesellschaft (ODEM) und betreibt das Blog ODEM.org. Dort stellt er seine LSR-konforme Leischure-Suchmaschine (ein Wortspiel aus den Wortanfängen von Leistungs Schutz Recht und dem englischen Wort Leisure, für Freizeit) vor: “Mit dem neuen Leistungsschutzrecht für Presseverleger sollen Verlage im Internet besser geschützt werden, denn – so die Begründung – Suchmaschinen verdienen Milliarden dadurch, dass sie die kreativen Leistungen von Zeitungsverlagen (und anderen Urhebern) ausbeuten würden. Dies geschehe beispielsweise dadurch, dass die Suchmaschinen illegalerweise Textausschnitte in den Suchergebnissen anzeigen würden, die an sich aber eine verlegerische Leistung darstellen.”

Bei Leischure wird nun auf jede Form von Textausschnitt verzichtet, was die ganze Absurdität des Leistungsschutzrechts auf witzige und anschauliche Weise verdeutlicht. Ende März hatte der Bundesrat das umstrittene Gesetz genehmigt. Nun fehlt nur noch die Unterschrift des Bundespräsidenten, damit das Gesetz in Kraft treten kann. Man sollte sich “Leischure” vielleicht schon mal als Lesezeichen speichern …

Mehr zum Thema

Zeit Online gründet Investigativ-Ressort

Boateng mit Kippe und Bier: Schalke vs. Bild-Leserreporter

Opel-Schleichwerbung? Gala muss sich für Interview rechtfertigen

Kommentare