Webwährung Bitcoin im Goldrausch

Eine neue Spekulationswelle schwappt in diesen Tagen durchs Web. Die Webwährung Bitcoin haussiert wie zu Zeiten des neuen Marktes und stellte gestern bei 147 Dollar ein neues Allzeithoch auf – vor einem Jahr war das virtuelle Geld noch 5 Dollar wert. Seit Jahresbeginn konnten Spekulanten mit der Webwährung, die in Zeiten der Eurokrise haussiert, unfassbare Wertsteigerungen von 1.000 Prozent erfahren. Ist das die größte Blase seit der New Economy?

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Zocken 2.0: Eine neue Spekulationswelle schwappt in diesen Tagen durchs Web. Die Webwährung Bitcoin haussiert wie zu Zeiten des neuen Marktes und stellte gestern bei 147 Dollar ein neues Allzeithoch auf – vor einem Jahr war das virtuelle Geld noch 5 Dollar wert. Seit Jahresbeginn konnten Spekulanten mit der Webwährung, die in Zeiten der Eurokrise haussiert, unfassbare Wertsteigerungen von 1000 Prozent erfahren. Ist das die größte Blase seit der New Economy?

Reich werden mit LinkedIn-Aktien? Wetten darauf, dass Google der wertvollste Konzern der Welt wird? Oder dass Apple irgendwann in den nächsten Jahren an der Börse doch noch den Turnaround schafft und zu alter Form aufläuft? Alles kalter Kaffee gegen den schier unglaublichen Höhenrausch den Bitcoin in diesen Tagen erlebt!
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Wie funktioniert ein Bitcoin? Dieser Film erklärt die virtuelle Währung

Die Webwährung haussiert, als würde morgen das Hartgeld ausgehen. Tatsächlich dürfte das Aufflammen der Eurokrise durch die zweiwöchige Bankenschließung in Zypern maßgeblich zur Explosion des Bitcoin-Kurses beigetragen haben. Seit Mitte März, als die Banken auf Zypern über Nacht dicht machten, explodierte der Kurs der digitalen Währung von 47 Dollar binnen wenigen Wochen auf gestern 147 Dollar. Noch skurriler: Vor einem Jahr bezahlten Anleger für einen Bitcoin noch weniger als 5 Dollar!

Erste Bitcoins 2010 im Einsatz – für zwei Pizzen

Das digitale Geld ist in diesen Tagen zu einem Faszinosum geworden, dessen eigentlicher Wert sich den meisten Anlegern nicht erschließt – er ist schlicht virtuell. Bitcoins gibt es nicht als physisches, sondern nur als elektronisches Zahlungsmittel, das bei Online-Transaktion zum Einsatz kommt oder gegen andere Währungen getauscht werden kann. Bestimmt wird der Kurs eines Bitcoins an der virtuellen Börse Mt.Gox.

Wer in Bitcoins bezahlen will, muss dafür einen Client installieren, der eine virtuelle Geldbörse und einen geheimen Nutzerschlüssel erzeugt. Im Januar 2009 vom Hacker Satoshi Nakamoto (dessen Identität nie geprüft wurde) gestartet, sind Bitcoins sei 2010 als Zahlungsmittel im Einsatz. Zunächst waren sie nur wenige Cent wert: Als erste überlieferte Transaktion gilt die Bestellung  von zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins.

21 Millionen Bitcoins bis 2140 im Umlauf

Wenig später brach mit der öffentlichen Wahrnehmung und der schnellen Verbreitung als Zahlungsmittel für E-Commerce-Käufe von Kleidung, Büchern, Musik, digitalen Medien u.a. ein neues Zeitalter an. Danach brach ein regelrechter Goldrausch aus: Von Notierungen von weniger als einem Dollar Anfang 2011 zog der Bitcoin-Kurs binnen weniger Handelstage auf 30 Dollar an, um in den Folgemonaten schnell wieder bis auf wenige Dollar zurückzufallen.

Seit Jahresbeginn läuft nun die zweite, größte Welle des irrationalen Überschwangs: Der Bitcoin-Kurs explodierte von 10 auf 147 Dollar. So spekulativ und herdentriebartig die jüngste Kursexplosion ist – fundamental wird der Anstieg mit einer künstlichen Verknappung des Angebots begründet. Knapp elf Millionen Bitcoins werden aktuell gehandelt – maximal 21 Millionen Bitcoins sollen bis 2140 virtuell im Umlauf sein.

Bitcoins, die Tulpenzwiebeln des 21. Jahrhunderts?

Zuletzt erfuhr Bitcoin auch den Ritterschlag aus der traditionellen Wirtschaft: Die renommierte BusinessWeek titelte letzte Woche: "Bitcoin könnte der letzte sichere Hafen der Weltwirtschaft sein." Allerdings sollten sich Anleger darüber im Klaren sein, dass sie auf dieser Reise mit den Spekulationswellen alleine klarkommen müssen: Anders als bei Hartwährungen wird keine Notenbank der Welt den Kurs stützen können oder wollen – Bitcoins bleiben das jüngste trendige Spekulationsobjekt.

Die jahrtausendlange Geschichte des Geldes ist voll von Manien und spekulativen Exzessen, die fast nie gut endeten. Man denke nur 300 Jahre zurück: Der Bitcoin des 17. Jahrhunderts war eine Tulpenzwiebel. Einen Vorboten des bösen Erwachens erlebten Anleger bereits gestern im späten Handel: Der Wert eines Bitcoins stürzte binnen weniger Stunden vom Allzeithoch bei 147 Dollar auf 117 Dollar. Ein Grund: Die virtuelle Geldbörse Instawallet wurde gehackt.

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