Diese Tweets sollte ihr Chef nicht sehen

Publishing Twitter und andere soziale Netzwerke laden dazu ein, mal eben schnell und unüberlegt, das eigene Befinden in die Welt hinauszuposaunen. Manchmal geschieht dies vielleicht zu voreilig. Ricardo Kawase, Student an der Universität Hannover, hat im vergangenen Juni Tweets auf ihren Inhalt untersucht und diejenigen gesammelt, in denen sich Nutzer über ihren Job oder Boss beschweren. Titel: "Who wants to get fired?" Seine Ergebnisse präsentiert der Portugiese im Mai in Paris. Erste Details sind bereits bekannt.

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So seien innerhalb einer einzelnen Woche im vergangenen Juni 22.000 Personen aufgefallen, die negativ über ihren Job oder Boss schrieben, berichtet der New Scientist. Kawase und seine Mitstreiter haben daraufhin "FireMe!" entwickelt. Das Tool sendet den Verfassern kritischer Tweets eine automatische Benachrichtigung, in der sie darauf hinweisen, dass der entsprechende Tweet für Jedermann zu sehen ist. Innerhalb von drei Wochen seien 4.304 Alerts versendet worden. 249 der Empfänger hätten dabei innerhalb von zwei Stunden ihren entsprechenden Tweet gelöscht.
Einen Einblick, welche negativen Tweets von Personen in das Social Web versendet werden, bietet zudem eine Webansicht, die das Team rund um Kawase bereitstellt. Hier lassen sich die aktuellsten Tweets einsehen, in denen über den Job oder den Boss gemeckert wird oder in denen jemand androht, irgendwen umzubringen – was hoffentlich nie ernst gemeint ist.
Aber auch das andere Extrem wird ausgewertet: Tweets, in denen der Job oder Vorgesetzte besonders gelobt werden. Laut der Analyse des Forschers aus Hannover haben Personen, die positiv über ihre Arbeit berichten, meist mehr Follower als ihre meckernden Kollegen. In der Anwendung lassen sich zudem einzelne Nutzer-Accounts auf kompromittierendes Material hin überprüfen. Derzeit funktioniert das nur auf Englisch oder Portugiesisch – Deutsch soll jedoch bald folgen.

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