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Blackberry-CEO schürt Turnaround-Hoffnung

Deutschland hat einen neuen Superstar – in der Technologiebranche: Thorsten Heins. Vor rund einem Jahr zum Amtsantritt beim angeschlagenen Smartphone-Pionier Research in Motion als Kanonenfutter verlacht, hat Heins als Blackberry-CEO nun plötzlich die Lacher auf seiner Seite. Der Turnaround kommt dank der harten Hand des ehemaligen Siemens-Managers schneller voran als erwartet. Plötzlich ist Blackberry wieder wer – genau wie Heins, der die Anerkennung der US–Techbranche erntet.

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Deutschland hat einen neuen Superstar – in der Technologiebranche: Thorsten Heins. Vor rund einem Jahr zum Amtsantritt beim angeschlagenen Smartphone-Pionier Research in Motion als Kanonenfutter verlacht, hat Heins als Blackberry-CEO nun plötzlich die Lacher auf seiner Seite. Der Turnaround kommt dank der harten Hand des ehemaligen Siemens-Managers schneller voran als erwartet. Plötzlich ist Blackberry wieder wer – genau wie Heins, der die Anerkennung der US–Techbranche erntet.  

Philip Röslers PR-Trip ins Silicon Valley vor zwei Monaten dauerte gerade mal zwölf Stunden. Hängen geblieben ist die Kernaussage, die er der Bild-Zeitung diktierte:  Rösler wünsche sich für Deutschland "ein Unternehmen, das ähnlich stark wird wie Apple für die gesamte amerikanische Wirtschaft eben auch für die deutsche Volkswirtschaft".

Davon ist der Wirtschaftsstandort Deutschland mit Ausnahme des Software-Pioniers SAP meilenweit entfernt. Aber immerhin kommt ein Manager aus Deutschland, der es in die Champions League der Techbranche geschafft hat: Thorsten Heins, seit 2007 beim kanadischen Mobilfunkgeräte-Hersteller Research in Motion, wurde 2012 für das ausscheidende Gründer-Duo Jim Balsillie und Mike Lazaridis zum neuen CEO berufen.

"Heins ist ein Sündenbock, der scheitern dürfte"

Es sah aus wie das letzte Aufgebot des im Sterben liegenden Smartphone-Pioniers. "Wir haben aus den Herausforderungen gelernt", sagte Heins damals – doch es klang wie eine jener typischen PR-Phrasen, die man zum Antritt von sich gibt. Heins galt als Kanonenfutter.

"Heins ist ein Sündenbock, der scheitern dürfte", kommentierte das Branchenportal ReadWrite seinen Amtsantritt im Januar 2012. Fünfzehn Monate später muss ReadWrite Abbitte leisten: "Vielleicht am Ende überhaupt kein Sündenbock", korrigierte sich das US-Techpprtal vergangene Woche.

Plötzlich profitabel: 98 Millionen Dollar Gewinn im letzten Quartal

Grund für den Stimmungswandel sind Heins’ Coups im ersten Quartal. Da war zunächst die lang erwartete Vorstellung des neuen Betriebssystems Blackberry 10 mit zwei neuen Modellen, dem Flaggschiff Z 10 und das Q 10.

Die neuen Blackberrys kommen erstmals mit Touchscreen und einem komplett überarbeiteten Betriebssystem daher, an dem über zwei Jahre unter strengster Geheimhaltung gefeilt wurde. Um den Neustart perfekt zu machen, entledigten sich die Kanadier ihres Firmennamens und benannten sich nach ihrem Smartphone.

Und tatsächlich: Der Turnaround läuft. Eine Million Z10-Smartphones konnte Blackberry zum Verkaufsstart im Februar bereits absetzen – und das nur in Kanada und Großbritannien. "Unsere Kunden lieben das Gerät", freute sich Heins auf der Telefonkonferenz Ende vergangener Woche bei Vorlage der jüngsten Quartalsbilanz, die mit einem überraschenden Plus von immerhin 98 Millionen Dollar endete. 

"Der Startschuss, nicht die Ziellinie"

Wie nachhaltig das Wirken des früheren Siemens-Managers im kanadischen Waterloo ist, werden die nächste Quartale zeigen. Das weiß auch Heins: "Jeder bei Blackberry versteht, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Blackberry 10 zu launchen und ein profitables Quartal abzuliefern, war der Startschuss, nicht die Ziellinie", versucht der 54-jährige gebürtige Niedersachse Aufbruchsstimmung zu erzeugen.

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