Anzeige

Agentur wirbt mit Shitstorm auf Knopfdruck

Es ist eine Werbung, die wie ein verspäteter Aprilscherz daherkommt: Eine Marketing-Agentur wirbt mit käuflichen Shitstorms. Wer sauer auf den Handyanbieter oder eine Fast-Food-Kette sei, der könne sich per Knopfdruck die “kritische Masse für eine Empörungswelle” einkaufen. Die Preise reichen von 4.999 Euro für das Paket “Shitstorm S” bis zu 199.999 Euro für den “Shitstorm XL” mit 15.000 negativen Kommentaren und 5.000 Likes. Den Auftraggebern garantiert der Betreiber Anonymität.

Anzeige
Anzeige

Hinter dem ungewöhnlichen Angebot steht Caveman, eine Werbeagentur mit Sitz in Neuss. Die Referenzen können sich durchaus sehen lassen: ECE, RWE, Red Bull, Sparkasse und sogar Microsoft gehören zu den Kunden. Allerdings handelt es sich hierbei meist um Lichtinstallationen, die die Agentur im Rahmen von Werbekampagnen umsetzte.
Laut dem Werbetext würden Shitstorms sich durch eine sogenannte Skandal-Skala definieren. “Je skandalöser, desto leichter wird es sein, mit einigen hundert Kommentaren weitere Menschen zum Kommentieren zu bringen.” Dann würde alles seinen Social-Media-Weg nehmen. “Die zeitliche Nähe zum Ereignis, hilft auch die Aktion in die Medien zu heben.”
Die Agentur empfiehlt außerdem, “parallel zum Shitstorm” ein virales Video zu produzieren, das die Gegenseite meist zu einer Reaktion nötige. “Auch hier kämpfen dann Bilder gegen Wörter – wobei das Video immer gewinnt. Ein gutes Video erhöht den Teilfaktor in sozialen Medien.” Gegenüber Heise.de verrät Geschäftsführer Oliver Bienkowski, dass das Angebot durchaus ernst gemeint ist. Demnach sei es dem ehemaligen IT-Sicherheitsexperten durch seine Kontakte in die Branche ein Leichtes, für die entsprechende Negativ-PR in den Social Networks zu sorgen. Ob man bereits einen gekauften Shitstorm durchgeführt hätte, will Bienkowski allerdings nicht verraten.
Auf der Agentur-Webseite heißt es immerhin, dass man nur Aufträge annehme, die den moralischen Richtlinien entsprechen würden. “Ein Vorfall darf nie aus der Luft gegriffen sein.” Vielmehr versteht sich die Agentur “Sprachrohr des Unrechts” – als bezahltes, wohlgemerkt. Es gehe nicht darum, gezielt Konkurrenten zu schädigen, sondern Sachverhalte auf ein anderes Kommunikations-Level zu heben. 
Diesen Dienst soll es nicht umsonst geben: Der Kunde kann zwischen vier Paketen zwischen 4.999 Euro über 9.999 Euro und 49.999 Euro bis zu 199.999 Euro wählen. Je höher die Bezahlung, desto mehr Negativkommentare und Shitstorm-Likes werden garantiert. Dass Unternehmen oder Privatpersonen bei solchen Summen durchaus das Ziel haben könnten, einem Konkurrenten zu schaden, liegt auf der Hand. Die Anonymität des Auftraggebers soll allerdings gewahrt sein, verspricht die Agentur.
Und wenn dann einmal die Empörungswelle über die eigenen Facebook-Seite hereinbricht? Kein Problem! Dafür bieten die Neusser das richtige Gegenmittel: den Candystorm auf Knopfdruck.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*