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Russische Foto-Blogger besteigen Pyramide

Russische Foto-Blogger, die sich offenbar auf einer Weltreise befanden, wollten sich die Pyramide von Gizeh einmal näher ansehen. Obwohl das Besteigen strikt verboten und mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren belegt ist, konnten Vadim Mahorov und Vitaliy Raskalov, die Blogs bei Livejournal.com führen, nicht widerstehen. Zusammen mit Freunden warteten sie auf den Einbruch der Dunkelheit, um eines der Sieben Weltwunder zu besteigen. Das Ergebnis: Atemberaubende Bilder, die viral gingen.

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Vitaliy Raskalov, 20 Jahre alt, und seine Freunde unternahmen eine Weltreise. Der russische Web-Entwickler macht das, was alle gerne mit zwanzig machen: es richtig krachen lassen. Bei Raskalov kracht es nur ein bisschen lauter.

Und weil die Welt 2013 ein bisschen vernetzter ist als vor einigen Jahren, bekommt der Rest der Welt über die üblichen Social Networks davon schnell etwas mit – über Facebook und vor allem das russischen Pedant vKontakte, aber auch über die besonders in Russland beliebte Foto-Sharing-Community 500px.

Was man da zu sehen bekommt, ist dies:

Raskalov (Facebook-Status: In einer offenen Beziehung) mit Freunden in Mumbai, Bangok, in Dubai und Ägypten. Darunter ist auch der Extrem-Fotograf Vadim Mahorov, der sich mit Aufnahmen in schwindelerregenden Höhen einen Namen gemacht – Bilder von Dächern, Gebäuden und Statuten in der früheren Sowjetunion belegen eindrucksvoll Mahorovs adrenalingetriebene Leidenschaft für den perfekten Schuss.

Einen "Roofer" nennt sich Mahorov selbst: "Die Anzahl der Leute, die sich bis zum Rand vorwagt, kannst du an einer Hand abzählen". "Roofer": Das sind abenteuerlustige, junge Leute, die meist illegal auf hohe Dächer und Bauwerke klettern und ihr Tun fotografisch und als Video im Web dokumentieren.

Roofer: "Wir motivieren uns gegenseitig, immer höher und höher zu klettern"

Das nächste Dach der Welt, das Mahorov besteigen wollte, lag in Ägypten. Genauer gesagt war es eines der Sieben Weltwunder: die Pyramide von Gizeh.  „Ich habe mich immer schon zu Ägypten hingezogen gefühlt. Solange ich denken kann, wollte ich immer schon die Pyramide von Gizeh besteigen“, erklärt Mahorov.

Das ist nun vor rund einer Woche Wirklichkeit geworden. Mahorov, der mit Raskalov auch in Berlin Gebäude bestiegen hat („Wir motivieren uns gegenseitig, immer höher und höher zu klettern“), kletterte binnen 20 Minuten auf das fast 5.000 Jahre alte Bauwerk, das zum Weltkulturerbe zählt.

Socila Media-Mission: Den Aufstieg überall dokumentieren

Hier fängt das Problem an: Der Ausflug, auf den russischen Foto-Blogger nach eigenen Angaben fünf Stunden warten mussten, war höchst illegal – das Betreten der Pyramide ist streng verboten und mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren belegt.

Die russischen Extremtouristen wagten die Exkursion trotzdem: Nach Einbruch der Dunkelheit schlichen sie sich am Sicherheitspersonal vorbei und begannen ihre Mission, die sie – wie es sich für die moderne Social Media-Generation gehört – bilderreich dokumentierten.     

Zwei Tage später, am 21. März, postete Vitaliy Raskalov atemberaubende Bilder von der Spitze der Pyramide in seinem Blog und auf dem russischen Social Network vKontakte. Mahorov dokumentierte die Mutprobe ebenfalls bildreich.

Negatives Echo: „Jeder hasst mich jetzt“

Es dauerte einige Tage, bis die bemerkenswerten Bilder über die russischen Medien hinaus viral gingen. Das Klatschportal Gawker griff die Story auf, CNN folgte. Dort erklärte Mahorov auch, wie es zu der Aktion kam : „Es gibt keine Worte für die Faszination, mir meinen Kindheitstraum erfüllt zu haben. Nachdem wir den Ausblick genossen haben, begann der Abstieg, der viel schwieriger war als der Aufstieg“, berichtet Mahorov. „Wir hatten großes Glück, nicht erwischt worden zu sein. Dann hätten wir jede Menge Ärger bekommen. Deswegen möchte ich mich auch für Aufstieg entschuldigen. Wir wollten damit niemand verletzten.“

Dennoch ernteten die jungen Russen ein überwiegend negatives Echo bei Gawker und auch in heimischen Medien. Zurück in St. Petersburg twitterte Vitaliy Raskalov kleinlaut: „Jeder hasst mich.“ Doch das hält den erlebnishungrigen Russen nicht von neuen Reisezielen ab: Im Sommer soll eine halbjährige Weltreise nach Asien, Australien und Südamerika folgen, ließ er seine über 3.000 Follower wissen. Vermutlich steigt der "Roofer" auch dort einigen aufs Dach.

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