Katastrophen-Start für RTLs „Die Zuschauer“

Die Amerikaner nennen so etwas "dead on arrival". Ein Format, dessen Premiere so desaströs lief, dass keine Chance besteht, es noch zum Hit zu machen. RTLs "Die Zuschauer" ist "dead on arrival". Nur 770.000 14- bis 49-Jährige wollten die erste Ausgabe am Mittwoch sehen - ein Alptraum-Marktanteil von 7,0% und Platz 24 (!) in den Tages-Charts. Ein voller Erfolg war hingegen das ARD-Datenklau-Drama "Im Netz": 5,63 Mio. führten es im Gesamtpublikum zum Tagessieg, auch bei den jungen Zuschauern war es stark.

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Hier sind die 5 Dinge, die Sie über die Quoten vom Mittwoch wissen müssen:

1. "Die Zuschauer" startet ohne Zuschauer
Ein Zielgruppen-Marktanteil von 7,0% ist sicher noch schlimmer als das, was sich die RTL-Macher in ihren schlimmsten Alpträumen vorgestellt haben. Ein solcher Marktanteil ist eigentlich eine klare Aufforderung dafür, "Die Zuschauer" nach der ersten Folge direkt aus dem Programm zu nehmen. Selbst irgendeine alte Peter-Zwegat-Wiederholung dürfte noch mehr Zuschauer anlocken. Im Gesamtpublikum entschieden sich 1,41 Mio. für "Die Zuschauer" – ebenfalls desaströse 4,8%. Auch davor lief es nicht besser: "Entführt – Gib mir mein Kind zurück!" erreichte 1,05 Mio. 14- bis 49-Jährige und 9,0%. RTL landete in der Prime Time damit am Mittwoch auf Platz 6 hinter ARD, ZDF, Sat.1, ProSieben und Vox.

2. Das Erste stark mit "Im Netz", ZDF mit "Aktenzeichen XY"
Tolle Zahlen erreichten hingegen Das Erste und das ZDF – und das bei Jung und Alt. Im Gesamtpublikum gewann das ARD-Datenklau-Drama "Im Netz" mit 5,63 Mio. Zuschauern und starken 17,6% vor "Aktenzeichen XY… ungelöst", das auf ähnlich gute 5,46 Mio. und 17,0% kam. Im jungen Publikum war "XY" mit 1,47 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 12,6% etwas erfolgreicher als Das Erste, war mit diesen Werten sogar das stärkste Prime-Time-Programm aller Sender und landete in den Tages-Charts auf Platz 2 hinter "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (1,80 Mio. / 18,8%). Doch auch "Im Netz" war hier erfolgreich, sprang mit 1,13 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 9,7% klar über die ARD-Normalwerte.

3. Sat.1 ordentlich mit "Titanic", ProSieben solide mit US-Serien
RTLs Haupt-Konkurrenten ProSieben und Sat.1 landeten in der Prime Time vor den Kölnern. So startete ProSieben mit ordentlichen Werten für "Grey’s Anatomy" in den Abend – 1,40 Mio. reichten für Platz 3 und 12,0%. "Private Practice" fiel danach aber unter das Soll – mit 1,16 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 10,5%. Sat.1 packte kurz vor Ostern den 1990er-Jahre-Klassiker "Titanic" aus und hatte Erfolg: 1,07 Mio. sahen den 3-Stunden-Film – gute 11,8%.

4. "Rizzoli & Isles" grandios, RTL II und kabel eins okay
Bei den Sendern der zweiten Privat-TV-Liga setzten sich wenig überraschend die Vox-Serien durch. "Rizzoli & Isles" war mit 1,36 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 11,6% sogar so stark, dass die Serie um 20.15 Uhr nur vom ZDF und ProSieben geschlagen wurde. "Zweite Privat-TV-Liga" trifft also kaum zu. "King" sahen danach noch 1,00 Mio. junge Zuschauer – gute 9,2%. RTL II startete mit den "Teenie-Müttern" und 5,7% solide in den Abend, "Extrem schön!" erzielte danach mit 770.000 14- bis 49-Jährige ordentliche 6,8%. Zufrieden kann auch kabel eins sein: Den "Todeszug nach Yuma" verfolgten 700.000 – 6,5%.

5. DMAX stark mit "House Hunters" und "Auction Hunters", mdr mit "Tatort"
Abseits der großen Sender tat sich im jungen Publikum vor allem DMAX hervor. Ab 21.15 Uhr holte der Sender mit zwei Doku-Soaps tolle Zahlen. Zunächst sahen 330.000 14- bis 49-Jährige die "Auction Hunters", danach 360.000 die "House Hunters". Die Marktanteile der beiden Programme lagen bei 2,9% und 3,4% und damit meilenweit über dem DMAX-Normalniveau von 1,3%. Im Gesamtpublikum lief das stärkste Prime-Time-Programm der kleineren Sender im mdr Fernsehen: Um 22.05 Uhr lief dort erneut der Münster-"Tatort" Spargelzeit" aus dem Jahr 2010 – 1,30 Mio. sahen zu – grandiose 6,5%. Das NDR Fernsehen überzeugte zudem mit den "Expeditionen ins Tierreich" und Werten von 1,26 Mio. und 3,9%.

Die Top 20 der meistgesehenen Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen und die "5 Dinge" der vergangenen Tage finden Sie wie immer hier.

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