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Sun und Telegraph online kostenpflichtig

Rupert Murdoch will endlich Geld sehen. Wie Mike Darcey, Vorstandschef der künftig ausgegliederten Print-Sparte von News Corp., gestern am Rande einer Presseveranstaltung erklärte, sei ein Fortbestand des kostenlosen Angebots von Sun Online "unhaltbar". Eine Paywall soll im zweiten Halbjahr hochgezogen werden. Ernst macht unterdessen ein Rivale: Auch für Leser des Daily Telegraph kostet die Nutzung des Online–Angebots ab sofort ab dem 20. Artikel pro Monat.

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"Qualitätsjournalismus ist nicht billig", machte Rupert Murdoch schon im vergangenen Jahrzehnt keinen Hehl daraus, wie ihn die Kostenloskultur im Internet gegen den Strich geht. "Wir beabsichtigen, für alle unsere Nachrichten-Websites künftig Geld zu verlangen", erklärte Murdoch 2009.

Im folgenden Sommer setzte der Medientycoon ein erstes Zeichen: Die Online-Angebote von Times und Sunday Times wurden kostenpflichtig. Das Portal der Boulevard-Zeitung Sun blieb indes von der Bezahlschranke verschont – bis jetzt. Wie der Guardian berichtet, habe sich Mike Darcey, Vorstandschef der aus News Corp. ausgegliederten Zeitungssparte, am Abend auf einer Presseveranstaltung klar für die Einführung von Paid Content ausgesprochen.

Bezahlschranke beim Telegraph fällt ab sofort

Der aktuelle Zustand sei "unhaltbar", habe Darcey laut Guardian weiter gesagt. Die Paywall werde in der zweiten Jahreshälfte kommen. Englands mit Abstand beliebtestes Boulevardangebot folgt damit dem deutschen Vorbild von Bild Online, das ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte für Inhalte kassieren will. Als Auslöser gilt wie bei Bild.de der Erwerb der Verwertungsrechte von Fußballübertragungen – im Falle von Sun Online an Begegnungen der englischen Premier League.

Der deutliche Fingerzeig von Mike Darcey folgte wenige Stunden nach der Ankündigung des britischen Daily Telegraph, ab sofort für die Online-Angebote eine Paywall zu errichten, die nach zwanzig gelesenen Artikeln fällt. Genauso verfährt etwa Welt Online. Wer das Online-Angebot des Telegraph danach weiter nutzen will, muss künftig dafür im Monat 2 Pfund bezahlen.

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