NSU-Prozess: türkische Journalisten protestieren

Publishing Der Bund türkischer Journalisten in Europa protestiert gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts München, keine türkischen Medien zum NSU-Prozess zuzulassen. In einer Pressemitteilung des Journalistenbundes heißt es: "Nachdem die zuständigen Sicherheitsbehörden bei der Aufklärung der Morde an Türken und einem Griechen vollkommen versagt haben, geht der Skandal mit der irritierenden Platzvergabe des Oberlandesgerichts München (OLG München) an die Presse weiter."

Werbeanzeige

Das OLG München hat die begrenzten Presseplätze im Gerichtssaal nach der Reihenfolge des Eingangs der Anträge zugewiesen. Das hat zur Folge, dass nun beispielsweise das Münchner Lokalradio Arabella beim NSU-Prozess im Saal sitzt, türkische Zeitungen aber nicht. Die Bild-Zeitung wollte der türkischen Zeitung Hürriyet ihren Platz im Gericht überlassen, dies wurde vom Gericht jedoch untersagt. Auch andere Medien, u.a. Radio Arabella boten türkischen Medienvertretern ihren Platz an, eine Weitergabe von Presseplätzen sei aber nicht vorgesehen, hieß es vom Gericht.

Der Bund türkischer Journalisten fordert das Gericht nun auf, die "Entscheidung zu überdenken – und nach Lösungen zu suchen, damit auch sämtliche türkische Medienvertreter ‘live’ über den NSU-Prozess berichten können". So könne etwa der Prozess in einen Pressesaal übertragen werden. Der Prozess gegen die Rechtsterroristin Beate Zschäpe beginnt am 17. April.

Mehr zum Thema

Gruner + Jahr: Bald brutzeln auch Franzosen nach Beef-Rezepten

Spiegel-Chef Büchner bekommt Europäischen Pressepreis

AP Weltnachrichten: Deutsche Nachtschicht zieht nach Sydney

Kommentare