NSU: Bild darf Akkreditierung nicht abgeben

Für den Gerichtsprozess gegen die Rechtsterroristin Beate Zschäpe und weitere mutmaßliche NSU-Angehörige, wollte die Bild-Zeitung ihren Presseplatz im Gerichtssaal an die türkische Tageszeitung Hürriyet abgeben. Das Oberlandesgericht München hatte zuvor entschieden, türkischen Medien keine permanenten Presseplätze zur Verfügung zu stellen. Das Angebot der Bild nahm die Chefredaktion der Hürriyet bereits an - das Gericht hat die Weitergabe des Presseplatzes aber untersagt.

Anzeige

Die Deutsche Journalisten Union (dju) wirft der Bayerischen Justiz vor, dass das Akkreditierungsverfahren des Oberlandesgerichtes München eine freie Berichterstattung behindern würde, da nicht genügend Plätze für Journalisten zur Verfügung stünden. Dabei handle es sich um "einen größtmöglichen kommunikativen und politischen Unfall mit vorheriger Ansage".
"Es ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten, welches Bild die bayerische Justiz vermittelt, wenn sie das Akkreditierungsverfahren für einen Prozess, der in seinen Dimensionen ohne weiteres vergleichbar ist mit dem gegen den norwegischen Attentäter Anders Breivik oder die RAF-Prozesse in Stammheim, wie eine Losbude auf dem Jahrmarkt organisiert", sagt die dju-Geschäftsführerin Cornelia Haß.
Für die Bild würde das Überlassen des Presseplatzes an die Hürriyet natürlich nicht bedeuten, dass die Zeitung nicht über die Gerichtsverhandlung berichten würde. Die Berliner gehen davon aus, das genügend Agenturen und freie Autoren vor Ort sind, mit deren Material die Redaktion arbeiten kann. Doch soweit wird es wohl nicht kommen: Das Gericht bleibt hart, die Akkreditierungen dürfen nicht übertragen werden, zitiert Tagesschau.de eine Sprecherin des Gerichtes.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige