ProSiebenSat.1 zeigt künftig Live-Tennis

Fernsehen Der Deutsche Tennis-Bund (DTB) und die ProSiebenSat1. Media AG haben am Dienstag in Hamburg eine Kooperation vorgestellt. Das Medienunternehmen will künftig internationale Tennis-Tuniere im TV übertragen. Den Start macht eine mehr als 10-stündige Live-Übertragung der Fed Cup-Begegnung der deutschen Frauen am 20. und 21. April in Stuttgart gegen Serbien bei Sat.1 Gold. Auch ins Bundesliga-Tennis will ProSiebenSat1. Einsteigen, zudem soll es eine starke Kooperation mit dem DTB im Netz geben.

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ProSiebenSat1.-Geschäftsführer Zeljko Karajica konnte in Hamburg eine auf zehn Jahre angelegte Kooperation zwischen seinem Unternehmen und dem DTB verkünden. In dieser werde der Verband seine Rechte an den Fed Cup- und Davis Cup-Begegnungen, der Tennis-Bundesliga, sowie die gerade erst für die nächsten vier Jahre erworbenen Rechte an Spielen der WTA-Serie, also die internationalen Frauen-Turnieren unterhalb der Grand Slam Turniere, einbringen. 
Mittelfristig sollen alle Fed Cup und Davis Cup-Begegnungen mit deutscher Beteiligung, aber auch weitere Spiele dieser Turniere gezeigt werden, genauso wie die WTA-Tuniere. Überlegungen gebe es zudem, auch Bundesliga-Tennis einer größeren Gruppe zugänglich zu machen. Einzig die ATP-Lizenzen fehlen dem Gespann derzeit noch. Dies soll sich nach Möglichkeit jedoch bei der nächsten Rechtevergabe ändern. Auch mit weiteren Turnieren in Deutschland will man verhandeln.

Stefan Felsing, Karl-Georg Altenburg, Zeljko Karajica und Christian Wegner bei der Pressekonferenz in Hamburg
ProSiebenSat.1 und ProSieben wollen zudem im Internet eng zusammen arbeiten. So soll die Seite tennis.de, die zum Verband gehört, als zentrale Anlaufstelle für Tennisbegeisterte in Deutschland ausgebaut werden – inklusive Live-Streams von Spielen der Bundesliga und der internationalen Turniere. Als weiteren Schritt will ProSiebenSat.1 hier gemeinsam mit dem DTB in Sachen E-Commerce aktiv sein und einen Online-Shop installieren.
"Wir werden versuchen Tennis wieder aufzubauen und dafür die verschiedenen TV-Sender, sowie die Bereiche online und mobile verwenden", sagte Zeljko Karajica. Man wisse, welche TV-Quoten Tennis früher auch auf Sat.1 erzielt habe, sei sich jedoch auch dessen bewusst, welche Aufmerksamkeit der Sport derzeit genieße. 
"Das ist nicht nur ein reiner Lizenzdeal, sondern eine Partnerschaft", betonte Christian Wegner, Vorstand für New Media bei ProSiebenSat.1. Man wolle alle Kanäle, also auch Maxdome und ran.de einbinden und den Tennissport auf allen Kanälen begleiten. Karajica unterstreicht jedoch: "Das Schlimmste, das wir jetzt machen könnten, wäre es, ein großes Spiel rauszugreifen und es auf einem der großen Sender laufen zu lassen." Dieser Versuch würde scheitern und die gewünschte Quote nicht erreicht. Deshalb wolle man in einem ersten Schritt den Sport attraktiver machen und inszenieren.
Derzeit seien es laut Marktstudien vor allem ältere Frauen, die Tennis schauen, weshalb der Start mit der Fed Cup-Übertragung auf Sat.1 Gold passen würde. Mittel- und langfristig wolle man jedoch weitere Zielgruppen erreichen. Auch Übertragungen auf Kabel eins (wo derzeit auch Fußball Europa League-Spiele gezeigt werden) oder Sat.1 seien dann denkbar. Sicher sei jedoch: Die Spiele sollen im Free-TV laufen. Das sei für beide Seiten lukrativer, als Tennis bei Bezahl-Sendern. 
DTB-Präsident-Karl-Georg Altenburg verriet, dass sein Verband auch mit anderen potentiellen Medienpartnern verhandelt habe. Wichtig sei jedoch gewesen, einen Partner zu gewinnen, der sowohl im TV als auch Online aufgestellt sei. Besonders das Internet habe mittlerweile enorme Bedeutung. "Wir brauchten einen Partner, der nicht nur die Reichweite mitbringt, sondern der auch an den Tennis glaubt", so Altenburg. Zu konkreten Lizenzgebühren sagte der DTB-Präsident nichts, verriet lediglich: "Gehen Sie davon aus, dass der Kooperation eine Sache ist, die für beide Seiten kommerziell rentabel ist." 

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