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Facebook: Fake-Journalismus für Anabolika

Hersteller von Muskelaufbau-Präparaten werben auf Facebook widerrechtlich im Namen von Men’s Health. Darüber berichtete MEEDIA vergangene Woche. Die Betrüger löschten als Folge die Links von ihrer Facebok-Seite. Doch geschlagen geben sich die Anabolika-Händler noch lange nicht. Mit neuer Seite, neuem Look, aber beinahe identischen Inhalten erwecken die Betrüger weiterhin den Anschein, als Spin-Off des meistverkauften Fitness-Magazins für zweifelhaften Muskelaufbau zu werben.

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Unter dem Deckmantel eines Spezialreports berichtet ein angeblicher “Reporter Stefan Becker” in einem Artikel der “Men’s Fitness” über erfolgreichen Muskelaufbau bei Prominenten. Reißerisch heißt es gleich zu Beginn: “Dieser Bericht wurde von Men’s Fitness erstellt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.” Der Haken: In Deutschland wird keine Men’s Fitness verlegt. Das US-Magazin erscheint mit Lizenzen außerhalb der USA noch in England und Australien und bringt neben Fitness-Ratgebern und Ernährungsberatung noch Mode-Tipps für Männer bis 40.
Um dennoch den Anschein journalistischer Unabhängigkeit zu wahren, bedienten sich die Betrüger bei einer älteren Ausgabe der Men’s Health (5/2011) und tauschten lediglich den Covertitel aus. Ansonsten handelt es sich um den identischen Text, mit dem die Anabolika-Produzenten schon zuvor einen Artikel des Magazins der Rodale Motor Presse vortäuschten.
Beworben wird die Scam-Site auf Facebook unter neuem Namen. Die Rodale Motor Presse, Lizenznehmer für die deutsche Ausgabe der Men’s Health, erklärte auf MEEDIA-Anfrage, seine Leser regelmäßig auf die Gefahren von Muskelaufbau durch Präparate hinzuweisen. "Das Werben für Anabolika im Namen der Fitnessmarke ist ein weltweites Problem", so ein Sprecher gegenüber MEEDIA. Allerdings handle es sich um ein Fass ohne Boden. Würde eine Seite verboten, taucht wenige Stunden später die nächste Scam-Site im Netz auf. Der Verlag kündigte an, in Kürze seine Leser erneut vor den Fälschern zu warnen.

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